Bachls Restaurant der Woche: »Rinkhy«
Die Gebrüder Rinkhy landeten mit ihrer Ess-Bar einen Riesenerfolg.
Auf welche Art der Kanadier Andrew Rinkhy etwa Gregory Porter oder Verena Altenberger fotografiert, kann man unter andrewrinkhy.com sehen. Wie sich sein Bruder Alex und er eine Delikatessenbar vorstellen, darf man in der Zieglergasse bestaunen. Hier auch nur einen Schemel ohne Reservierung zu ergattern, gleicht einem Sechser mit Zusatzzahl. Alles begann 2018 mit einem Winz-Stüberl, in dem es auf Basis exzellenter Fischkonserven Minigerichte zu netten Drinks gab. Als nun ein nahes afghanisches Lokal dichtmachte, zog das »Rinkhy« um. Und mit dem prächtigen saalartigen Raum mit Kraken-Deckenfresko wuchs auch das Angebot.
Bevor irgendwer ihrer Idee eine Typisierung verpasst, listen die Gebrüder gleich selbst die gängigen Namen für gepflegte Kleingerichte auf: Tapas, Little Plates, Meze, Antipasti, Horsd’œuvre – you name it. Der Austernmann öffnet im Akkord knackige irische Rock Oysters oder fleischig-nussige No. 2 vom Topzüchter Poget. Dazu sind die Champagner von André Clouet oder Gimonnet – liebenswürdig unter 60 Euro gelistet – eine gute Idee. Die Selektion feinster maritimer Konserven aus Spanien, Frankreich und Portugal gibt’s hier auch. Dazu kommt eine gar nicht kleine Speisekarte: ein mit elegant abgeschmeckter Emulsion überzogenes Vitello tonnato, ein wunderbares Oktopus-Ceviche mit Kalamansi, Estragon und Popcorn, das »Prawn Tartare« aus Einserware mit Avocado, grünem Apfel und Kapern. Mürber Schweinebauch auf überaus köstlichem zart säuerlichem Bohnen-Paradeiser-Tahini-Ragout. Und bitte unbedingt: der raffiniert aufgebaute »Glorious Cake« – ein Mandel-Orangen-Kuchen mit Schokolade und Zitronenmelissencreme. Der erfreulichste Neuzugang seit langer Zeit.
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