»Chiemgauhof Lakeside Retreat« eröffnet: Sushi aus dem Chiemsee
Nach zweijähriger Bauphase hat der »Chiemgauhof Lakeside Retreat« direkt am Chiemseeufer eröffnet. Kulinarischer Direktor ist Edip Sigl vom Dreisterne-Restaurant »Es:senz«, der zusammen mit dem neuen Küchenchef Max Müller das Foodkonzept für das Hideaway aufgesetzt hat: Alpenküche und Sushi.
Es ist Ende Januar und die zweijährige Bauphase des »Chiemgauhof Lakeside Retreat« wurde erst kürzlich beendet. Hier und da fehlen noch die richtigen Stühle und Läufer, aber es steht außer Frage, dass das Hideaway direkt am Ufer des Chiemsees startklar ist. Das Haus wirkt, als sei es gerade aus der Verpackung gezogen worden: Makellose Holz-, Glas- und Steinarchitektur, warm und einladend, mit einem Blick, der immer und überall hinaus ans Ufer, aufs Wasser und zu den Alpen zieht. »Der Chiemgauhof war vor dem Umbau eine Legende. Es ist einfach der beste Platz am See, wo man diesen sensationellen Sonnenuntergang genießen kann. Wir merken, dass die Region wartet, dass wir aufsperren«, erzählt der kulinarische Direktor Edip Sigl, der auch das Dreisterne-Restaurant »Es:senz« im »Das Achental« verantwortet.
Nur 28 Zimmer, alle mit Seeblick, hat das Hideway, das aus der Feder des Mailänder Architekten Matteo Thun stammt. Überall und jederzeit schimmern die Naturwerkstoffe durch, etwa die Vielzahl an lokalen Hölzern wie Eiche und Lärche. Letzteres aus der umkränzenden Seeterrasse, die einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum bildet. Auch um feine Gestaltungsdetails war man nicht verlegen. Die Kacheln der Kaminöfen wurden von der Traditionsmanufaktur »Inseltöpferei Klampfleuthner« auf der Fraueninsel gefertigt, handgewebte Teppiche stammen vom »LPJ Studio« aus dem Chiemgau. Zum Haus gehört auch ein kleines Wellness- und Fitnessareal. Stand-up-Paddling, Gym, Yoga- und Pilateskurse soll es geben, aber das Gesamtkonzept setzt vor allem auf das Naturerleben des Chiemsees samt Alpenpanorama.
Sundowner im »Chiemgauhof«
Da der »Chiemgauhof« auch zum »Das Achental« gehört – die nur wenige Kilometer entfernt voneinander liegen – werden die Angebote der Häuser ohnehin verbunden. Es wird Shuttle-Busse geben, um die beiden Häuser gemeinsam zu vermarkten, etwa ein Transfer zum Sundowner im »Chiemgauhof«. Obendrein locken zwei gastronomische Konzepte, die erst einmal nichts mit Sterneküche zu tun haben: »Viele aus der Region dachten, sobald das Hotel fertig ist, zieht die Es:senz hier ein. Dabei ist der Chiemgauhof als Erweiterung des Resorts zu sehen. Wir fahren hier zwei kulinarische Konzepte. Einmal ländliche Küche, wo wir viele Waren komplett aus der Region beziehen, damit können wir gut spielen, weil das Haus kleiner ist und wir gewisse Mengen einfach besser herkriegen«, sagt Edip Sigl.
Da wird ebenso Gemüse aus der Region wie auch ganze Kälber oder Schweine von regionalen Erzeugern bezogen. Einen Einblick, in welche Richtung das Pendel schlägt, bekommt man schon kurz vor der offiziellen Eröffnung: Auf dem Küchenpass werden Kalbsherz, -lunge, -milz und -nieren für ein frisches »Beuscherl« vorbereitet. Im Ofen stehen Einmachgläser, in die hausgemachte Blutwurst eingesetzt wurde: »Als Barsnack und für unsere Blutwurstkroketten«, sagt Max Müller. Auch »Grammelknödel«, »Pilztascherl« oder Tatar wird es geben. Wie sehr der zukünftige Küchenchef des »Chiemgauhofs« – der zusammen mit Edip Sigl das Konzept entwickelte – für die Wertschöpfung regionaler Ressourcen brennt, lässt sich auch an seinem Lebenslauf ablesen: Vor Jahren stand er noch im Berliner »Rutz« oder »Nobelhart & Schmutzig« am Herd.
Das zweite kulinarische Standbein baut auf Sushi für das der Sushimeister Naoki Terai aus München gewonnen werden konnte. »Der Chiemgau ist groß, aber wer gutes Sushi möchte, fährt nach München oder Salzburg, diese Lücke wollen wir schließen«, sagt Edip Sigl. Spannend: Vor allem auch Süßwasserfische aus regionaler Zucht und regionalem Fang sollen hier im Fokus stehen. Morgens wird es im »Chiemgauhof«, der als Mitglied zu den »Leading Hotels Of The World« zählt, auch ein À-la-carte-Frühstück geben. Die ersten Stunden des Tages sind allerdings voll den Hausgästen vorbehalten. In den Genuss von Sushi und Alpenküche kommen dann auch externe Besucher, so ist jedenfalls der Plan: »Die Kulinarik ist uns schon sehr, sehr wichtig. Aber für mich ist der Star die Location, dieser magische Platz, der Blick zum Wasser – das wollen wir mit dem Essen unterstützen«, sagt Edip Sigl.
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