Dinner im Bond-Filmset: Bachls Kritik des »IceQ« in Sölden
Der Spion James Bond bekam hier einst nichts zu essen – Gäste müssen das allerdings nicht befürchten.
Wie sagte Psychologin Dr. Madeleine Swann (Léa Seydoux) zu James Bond so schön: »Der Ausblick könnte etwas ablenken.« Nur sind wir hier nicht in der »Hoffler Clinic« im 2015 gedrehten Streifen »Spectre«, sondern real im »IceQ« am Söldener Gaislachkogl in Sölden. Der Satz gilt aber ebenso für Bond wie alle, die hier im »höchstgelegenen Gourmetrestaurant« auf 3048 Metern zunächst wenig tun, als durch die Glaswände des 2010 errichteten Kubus zu schauen.
Das von Söldens einzigem Fünf-Stern-Hotel »Das Central« betriebene Lokal gliedert sich in Lounge mit Sonnenterrasse und darunter das mit Kordel gegen irrlichternde Skifahrer abgesicherte Restaurant. Natürlich verzichtet man auch hier nicht auf gehobene Sportler-Verpflegung mit Rindsuppe, Wiener Schnitzel und Apfelstrudel. Das Gros des Publikums kommt aber ohne Skischuhe und nicht eben vorbei.
So kann man gleichzeitig ein Hochzeitspaar beim Lunch beobachten und einer Verlobung mit riesigem Rosenstrauß Applaus spenden. Zum adäquaten Genuss sind zwei Menüs zu drei bis fünf Gängen im Angebot. Und damit man hier nicht nur nach draußen schaut, sind die Tellers detailverliebt angerichtet. Zur Goldmakrele in recht süßem Arrangement mit Marille, Mais und Madras-Curry passt der glasweise angebotene Riesling Hochheimer Hölle von Künstler. Zum viel mehr Geschmack bietenden stimmigen Gang »Ente und Sellerie« könnte man die hier oben reifende Dreiländer-Cuvée »PINO 3000« 2019 probieren. Erfreulich die Patisserie mit Zwetschgentarte mit Vanille-Tonkabohnencreme und Cassis-Eis. Und wer hier ganz »auf Bond« machen will, greift zur Bollinger »007 Edition« Jahrgang 2011 zu 520 Euro. Weil: »Die Welt ist nicht genug.«