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Die Eröffnung des vietnamesischen Restaurants erwies sich als voller Erfolg.

Die Eröffnung des vietnamesischen Restaurants erwies sich als voller Erfolg.
© Roland Graf

Neueröffnung in Wien: »Miss Saigon« feiert Vietnams Küche im Herrengassen-Hochhaus

Kulinarik
Gastronomie
Wien
Neueröffnung
Asiatische Küche

Stephan Tarn und Christian Wu verbinden im Neuzugang in der Wiener Innenstadt vietnamesische »Hausmannskost« mit Asia-Cocktails.

»Eigentlich waren die Vorhänge zu, doch wir wurden schon zu Mittag gestürmt«, freute sich Stephan Tarn über den Andrang am ersten Öffnungstag von »Miss Saigon«. Als »Eatery & Bar« beschreibt sich der lässige Neuzugang in der Wiener Herrengasse selbst, denn die Cocktailkarte ist ein wichtiger Bestandteil des vietnamesischen Restaurants. Die Kombination ist aus dem »Pho Saigon«, dem Lokal Stephan Tarns und Christian Wus in der Hegelgasse bekannt, die neue Restaurant-Location ergab sich auf Betreiben eines Stammgasts – und Hochhaus-Eigentümers.

Asia-Aromen lösen das »Venuss« ab

Damit ergänzt nach fünf Monaten Umbau ein asiatisches Speiseangebot die legendäre Espresso-Bar, das Schinken-Paradies »Reserva Ibérica« und die Italo-Klassiker des »Vapiano«. Eingezogen ist »Miss Saigon« übrigens in die Räumlichkeiten des veganen Bistros »Venuss« von »TIAN«-Gründer Christian Halper.

Sechs Tage die Woche (Sonntag ist geschlossen) wird mittags und abends vietnamesisch gekocht, »man kann aber auch nur nachmittags auf einen Kaffee oder Aperitif kommen«, so Stephan Tarn. Auch die Küche serviert viele Asia-Köstlichkeiten im Tapas-Style, man soll entsprechend viel kosten können. Zwei Mittagsmenüs – Zitronengras-Huhn bzw. Reisnudelschale mit Tofu und Kräutern – richten sich als Angebot an die Geschäftswelt rund um Hofburg und Innenministerium. Mit 65 Sitzplätzen, die um einen Gartenbereich erweitert werden, soll auch genug Platz für Freunde der vietnamesischen Küche sein. Sie finden neben die unerlässliche »National-Suppe« Phở nicht nur am Teller, sondern auch als Sirup in einem der Haus-Cocktails!

Blüten – an der Wand und im Drink

Mit den kleinen Spots über den Tischen werden die Speisen und Getränke fast Instagram-fähig ausgeleuchet, während das sanfte Licht rundum den Gästen schmeichelt. Es ist nicht das einzige Detail, das in Erinnerung bleibt. Auffällig im ansonsten schlichten Lokal-Design mit dem Porträt der Namensgeberin im Comic-Style ist der Wandschmuck im kleineren der beiden Speiseräume. »Sculptural Painting« nennt sich diese künstlerische Spezialität von Giap Thi Van Khanh, die die gesamte Seitenwand mit drei-dimensionalen Blüten überzogen hat.

Für florale Eindrücke ganz anderer Art sorgt Daniel Levai mit dem »Lotos Blossom Negroni«. Der Barchef, der bereits in der »Sign Lounge« und dem »Bruder« mixte, hat mit dem intensiven Cocktail eine wunderbare Fusion des italienischen Aperitifs mit genuin asiatischem Geschmack am Start. »Die Rezepturen haben Christian Wu und ich gemeinsam erarbeitet«, serviert Levai nach dem Dinner z. B. auch den »Ultra Coffee«. Dieser Cocktail ist eine Hommage an den berühmten Vietnam-Kaffee mit Kondensmilch (»Cà phê sữa nóng«), den man in der Herrengasse neben hausgemachten Limonaden und Tee ebenfalls führt. Die alkoholische Version wird in der »Miss Saigon« aber »reversed« serviert. Das heißt, dass man sich erst durch eine Espuma aus Kondensmilch – fast schon ein Dessert für sich! – trinken muss, um zum süßen Kaffee-Rum-Bananen-Mix durchzudringen.

Röllchen-Vielfalt und Quallensalat

Auch die anderen Drink-Optionen, vom Ananas-Shot begonnen bis zur »Paloma« mit der Würzsauce Sriacha, tragen asiatische Aromen in sich. Bestes Beispiel dafür ist der »Pandan Queen«, der neben dem beliebten Blatt aus der Vietnam-Küche auch Cornflakes als Whisky-Würze einsetzt. Der sanft-cremige Drink passt wunderbar zu den pikanten »Crispy Rolls«. Sie stellen einen Schwerpunkt der Karte dar, mit der Stephan Tarn »mehr von der vietnamesischen Hausmannskost zeigen will«.

So finden sich neben den diversen Varianten der Reisteigrollen auch Vietnam-Ravioli, aber auch der knackige Quallensalat mit Koriander und Gurke auf der Eröffnungskarte. »Wir wollen das Angebot vier Mal jährlich wechseln«, so die Betreiber, denen zum Beginn mit Tuyet Phoung Tarn noch die Mutter aller »Saigon«-Lokale in der Küche zur Seite steht. Der feinen Abstimmung der Zitronengras-Note zum gebratenen Rind merkt man ihre Meisterschaft deutlich an.


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Roland Graf
Roland Graf
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