Wien Favoriten: Kulinarik-Tour durch den 10. Bezirk
Favoriten hat so viele Geschichten zu erzählen, wie Kulturen im Bezirk zu Hause sind. Das wird gerade bei einer kulinarischen Entdeckungsreise sichtbar. Vom Duft frisch gebackenen Brots in türkischen Bäckereien bis hin zu kreativen Schneckengerichten.
Favoriten ist ein Bezirk, den man schmecken, riechen und erleben muss. Schon im 19. Jahrhundert war der Bezirk ein Magnet für Menschen, die auf der Suche nach neuen Perspektiven waren. Die Industrialisierung brachte Arbeiter aus allen Teilen Europas hierher. Die roten Ziegelwerke prägten nicht nur die Architektur Wiens in der Gründerzeit, sondern auch das Lebensgefühl des Bezirks.
Heute zeigt sich Favoriten als Ort des Wandels. Der Hauptbahnhof hat den Bezirk zu einem pulsierenden Verkehrsknotenpunkt gemacht, während Highlights wie der Böhmische Prater oder moderne Wohnsiedlungen das urbane Bezirksbild gestalten. Doch es ist vor allem die kulinarische Vielfalt, die diesen Bezirk zu einer Entdeckung macht.
Auf Weltreise
Die Favoritenstraße ist das Herz des Bezirks – eine lebendige Fußgängerzone, in der Kulturen aufeinandertreffen. Hier flanieren Menschen aus aller Welt und die Küchen spiegeln diese Vielfalt wider. Wer denkt, Favoriten sei nur die Heimat von Dönerständen, irrt. Zugegeben, so ganz ohne Döner geht es nicht – was wäre auch ein Besuch im Grätzel ohne das berühmte orientalische Sandwich?
Eine Adresse, die wortwörtlich in aller Munde ist: »Ferhat Döner«. Saftige Stücke von der Rinderschale und der Beiried sind nur eines der Geschmacksgeheimnisse von Chef Ferhat Yildirim. Das Fleisch bezieht er von heimischen Bauern, das Brot wird überhaupt selbst gebacken. Der Imbiss ist ein wahres Phänomen und das geduldige Anstellen in der langen Schlange Teil des Gesamterlebnisses. Während die Favoritenstraße mit ihren bunten Märkten, internationalen Imbissen und einer lebhaften Mischung aus Kulturen einen lebendigen Multikulti-Charakter versprüht, liegt nur einen kurzen Spaziergang entfernt auf der Reumannplatz-Seite das traditionsreiche Restaurant »Meixners Gastwirtschaft« – ein Ort, der den klassischen Charme der Wiener Gasthauskultur verkörpert.
Hier wechselt das kulinarische Bild deutlich: Anstatt orientalischer Spezialitäten und exotischer Gewürze erwarten die Gäste typisch österreichische Speisen, die in gemütlichem Ambiente mit einer Prise »Wiener Schmäh« serviert werden. Wer danach noch nicht satt ist, der sollte beim legendären »Tichy« vorbeischauen. Der Eissalon ist weit über die Grenzen des Bezirks hinaus bekannt, auch wenn das vielleicht nicht ausschließlich an den unterschiedlichen Eissorten liegt. Vielmehr sind die Eismarillenknödel der wahre Grund, warum die Warteschlange mit Beginn der Eissaison bis zur Straßenbahn reicht. Geduld wird auch hier mit Genuss belohnt.
Auch den Hauptbahnhof und seine Umgebung sollte man erkunden. Die »Aurora Rooftop Bar« am Arsenal bietet nicht nur kreative Cocktails, sondern auch einen beeindruckenden Blick über Wien. Weniger hoch hinaus, aber nicht weniger charmant geht es in der »Al Banco Aperibar« weiter. Italienische Antipasti und ein guter Spritz machen den Ort perfekt für einen entspannten Abend.
Ebenso in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt das aufstrebende Sonnwendviertel. Hier begegnen sich Menschen aus dem Arbeiterbezirk, kreative Köpfe und Hipster, die der Innenstadt den Rücken gekehrt haben und Menschen aus Südosteuropa und der Ukraine. Mittendrin befindet sich das »Café Feldhase«, ein Treffpunkt für Kaffeeliebhaber, Frühstücksgenießer und neugierige Touristen. »Diese Mischung macht die Arbeit und das Milieu im ›Feldhasen‹ sehr abwechslungsreich und unberechenbar. Da nichts und niemand normal ist, ist es hier auch wieder super einfach und sehr bodenständig«, sagt Michael Wallraff, Architekt des Cafés und Stammgast im »Feldhase«.
Der Süden des Bezirks hält klassische Heurigenkultur bereit. In der Unterlaaer Straße lädt der »Brückenwirt« zu Weinen, hausgemachten Speisen und der Gemütlichkeit eines idyllischen Gastgartens am Liesingbach. Wer Lust auf etwas Ungewöhnliches hat, wird in der »Gartenbar« der Schnecken Manufaktur Gugumuck fündig. Schnecken als Delikatesse? Warum denn nicht, schließlich werden sie in dem Gartenbistro mit innovativen Rezepten und einem Hauch Experimentierfreude serviert.
Apropos ungewöhnlich: Die Therme Wien lockt Gäste ganzjährig mit einem hauseigenen Cocktail-Van, die Drinks können aus dem Wasser heraus bestellt werden – und werden dann auch bis an den Beckenrand serviert. Favoriten ist ein Bezirk, der keine Kompromisse macht und voller Kontraste steckt. Und ja: Favoriten hat seine Ecken und Kanten – aber genau diese machen seinen Charme aus.
Tichy-Historie
Die Geschichte der Eisdiele begann im Jahr 1952 mit Kurt und Marianne Tichy in einem kleinen Keller-lokal. Eine Eismaschine, fünf Eissorten und ein dreirädriger Eiswagen brachten den Erfolg, der bis heute anhält.
So klingt der Zehnte
Zum 150-Jahr-Jubiläum schrieb der Bezirk einen Wettbewerb aus und kürte zwei offizielle Favoriten-Hymnen. Neben einer Schülergruppe der MS 10 gewann der Musiker Robert Baum – mit seinem Song »Mei Favoriten is net deppat«.
Adressen – Restaurants
1100 Wien
Österreich
1100 Wien
Österreich
1100 Wien
Österreich
1100 Wien
Österreich
1100 Wien
Österreich
1100 Wien
Österreich
1100 Wien
Österreich
Streetfood
1100 Wien
Österreich
Cafés
1100 Wien
Österreich
Bars
1100 Wien
Österreich
1100 Wien
Österreich