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Stefan Iseli.

Stefan Iseli.
Foto beigestellt

Adieu: Stefan Iseli verlässt das «LaSalle» in Zürich

Restaurant
Zürich
Koch
Interview

Nach drei intensiven Jahren verabschiedet sich Restaurantleiter und Weinkenner Stefan Iseli vom «LaSalle». Die Zeit war geprägt von spannenden Begegnungen, strategischen Herausforderungen und wertvollen Erfahrungen.

Das «LaSalle» in Zürich ist ein Ort mit Geschichte, Charakter und anspruchsvoller Kulinarik. Drei Jahre lang prägte Stefan Iseli das Restaurant mit seinem Gespür für Gastfreundschaft, feine Weine und strategisches Denken. Nun zieht er weiter, um sich wieder kleineren, persönlicheren Projekten zu widmen. Falstaff hat mit dem baldigen Ex-Restaurantleiter gesprochen.

Stefan, kannst du dich noch an deine erste Woche im «LaSalle» erinnern? Wie hast du sie in Erinnerung?

Stefan Iseli: Die erste Woche war sehr turbulent, spannend, hinreissend, voll toller Begegnungen und Gesprächen. Ich wusste, dass ein legendärer Ort nun in die nächste Generation geführt werden darf und das hat mich dankbar, ehrfürchtig und aufgeregt gestimmt.

Was hat zu deiner Entscheidung geführt, das «LaSalle» zu verlassen?

Nach dem Zauber des Anfangs kam der Realität-Check: Das «LaSalle» ist ein sehr grosser Betrieb, der auch strategisch geführt werden muss. Für was wollen wir stehen, welche Erlebnisse dürfen die Gäste bei uns erwarten und wie erreichen wir dies mit all den Herausforderungen, die die Gastronomie zurzeit erfährt? Hier müssen alle in die gleiche Richtung schauen und 100 Prozent dahinterstehen. Nach drei Jahren Findungsphase habe ich mich nun entschieden, mich wieder mehr der kleineren persönlichen Gastronomie zuzuwenden und meine Energie ganz in meine Leidenschaft fliessen zu lassen: meine Gäste, Wein, Verbindungen schaffen und mit Herzblut Gastgeber sein.

Was hast du im «LaSalle» gelernt?

Die Grösse des Betriebs hat mich dazu gebracht, meine Organisationmodule, die ganze Planung, mein Mindset und alles, was dazu gehört ein Restaurant mit 140 Plätzen zu führen, neu anzupassen und zu erweitern. Man muss sehr genau und mit viel Vertrauen gegenüber den Mitarbeitenden handeln. Ohne feste Prozesse und betriebsinterne Spielregeln kann so ein grosser Betrieb nicht funktionieren. Ich habe gelernt, alles schriftlich niederzulegen, sodass auch bei einem Ausfall wichtiger Personen alles natürlich weiter funktioniert. Auch die Gestaltung der Weinkarte war eine Herausforderung, um allen Gästen, wie auch den grossen Banketten gerecht zu werden. Das Herzstück eines Unternehmens sind die Mitarbeitenden! Empathie, Vertrauen und emotionale Betreuung gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Hier kann ich nur jedem raten, gut auf sein Team zu schauen, und die Zeichen der Zeit für einen zeitgemässen Führungsstil zu erkennen.

Hast du irgendeinen Plan für die Zukunft?

Ich könnte mir etwas Übergeordnetes vorstellen, wo ich nicht immer an der Front sein werde, aber mein Wissen und mein Gespür zur Verfügung stelle. Ich strebe in Zukunft eher nach was Kleinerem, Persönlicherem wo ich wieder mehr Zeit für meine Gäste, aber auch für mich selber habe. Am liebsten eine kleine «Weinkneipe» mit unkompliziertem Food, cooler Musik, etwas Kunst und Kultur!

Danke für das Gespräch, Stefan.


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Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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