Aus «Kin» wird «Freddy»
Das Restaurant «Kin» gehörte mit seiner pan-asiatischen Küche aus besten regionalen Zutaten zu den beliebtesten der Stadt. Trotzdem hat Inhaber Rico Jauch beschlossen, sein Lokal zu schliessen. Am gleichen Ort wagt er jetzt einen Neuanfang und eröffnet das Bistro «Freddy».
Ende Dezember schloss das Restaurant «Kin» an der Meinrad-Lienert-Strasse am Rand des hippen Kreis 3 seine Türen. Mit seiner einfachen, doch eleganten Einrichtung, den köstlichen, asiatisch inspirierten Sharing-Plates und der lauten Hip-Hop-Musik hatte es eine einzigartige Atmosphäre und gehörte darum zu den beliebtesten Lokalen der Limmatstadt. Trotzdem beschloss Inhaber Rico Jauch, das Restaurant nach sechs Jahren zu schliessen.
«Als ich das ‹Kin› 2018 mit meiner Schwester eröffnete, wollten wir eigentlich ein einfaches Konzept. Es hat sich dann aber immer weiter in Richtung Fine Dining entwickelt. Das passt nicht zu mir. Ich will keinen Michelin-Stern, sondern einen Ort, an dem ich selber gerne esse, wo mich meine Freunde gerne besuchen kommen. Comfort Food, gute Drinks, eine schöne Weinauswahl», sagt Jauch. Diesen Traum hat er sich nun mit dem «Freddy» erfüllt. Bereits letztes Jahr ist seine Schwester Nina Jauch aus dem Geschäft ausgestiegen, jetzt gehen auch «Kin»-Küchenchef Beni Landolt und er getrennte Wege.
Naturweine und Comfort Food
Es sind perfekte Voraussetzungen für einen Neuanfang. Im «Freddy» werden wechselnde Gastköche Comfort Food servieren, dazu gibt es eine grosse und spannende Auswahl an Weinen aus nachhaltiger Produktion. Damit kennt sich Jauch aus, denn er ist Inhaber des Naturweinladens «Studio Wino», ebenfalls in der Meinrad-Lienert-Strasse. Ergänzt wird die Getränkeauswahl durch einige spezielle Biere, ein paar Cocktails und ausgesuchte alkoholfreie Getränke. Das «Freddy» feierte am Freitag, dem 18. Januar, mit einem soft Opening mit hausgemachten Tacos Premiere.
Die erfolgreiche Testphase lief mit zwei weiteren Events an den darauffolgenden Wochenenden weiter. Seit Anfang Februar ist das Bistro jede Woche von Mittwoch bis Samstag von 17 Uhr bis Mitternacht geöffnet. Viele Gäste kommen auch nur auf ein Getränk vorbei: «Es gibt im ‹Freddy› keinen Zwang, Essen zu bestellen. Ich möchte, dass die Leute auch auf ein Bier vorbeikommen können», sagt Jauch. Reservieren kann man nicht.
Zürichs beliebteste Nudeln
Den Anfang in der Küche machen Dianer Ding und Jonathan Barnes. Beide sind ursprünglich aus Bayern und Gastronomie-Quereinsteiger – Dianer ist ursprünglich Architektin, Jonathan Physiker. Man kennt sie in der Stadt, denn sie feierten letztes Jahr mit ihrem Pop-up «Dian Dian Mian» in der Zürcher Bar «Milieu» grosse Erfolge. An vielen Abenden bildeten sich vor dem Lokal lange Schlangen. Wie bereits dort stehen auf der Karte auch im «Freddy» ihre handgezogenen, dicken Nudeln. Denn Dian Dian Mian ist ein Kofferwort aus Dianer und Biang Biang Mian. Dabei handelt es sich um breite Nudeln aus der chinesischen Stadt Xi’an, die von Hand gezogen und dabei auf den Küchentresen geschlagen werden. Das dabei entstehende Geräusch soll sich wie Biang Biang anhören, daher der Name.
Nudeln für alle
Serviert werden die Nudeln mit vier verschiedenen Saucen, von denen drei grundsätzlich vegan sind. Die Version «Spicy Hot-Oil Seared» ist leicht scharf wegen des Chili Öls, doch erfrischend dank einer säuerlichen, leichten Sauce. Sie wird mit Pak Choi und Tofu serviert und kann nach Wunsch mit knusprigem Schweinebauch aufgepimpt werden. Von Dianers nordchinesischem Grossvater inspiriert sind «Grandpa’s Fried Sauce Mian», mit einer geschmacklich intensiven Sauce die unter anderem mit Pilzen, Tofu und fermentierten Sojabohnen zubereitet wird. Ein Vampirschreck sind die «Gar-lick-lick Mian», die für Knoblauchfans sehr zu empfehlen sind. Die Sauce enthält verschiedenste Knoblauch-Variationen und Tomate – auf Wunsch gibt es dazu Lardo.
Ebenfalls köstlich sind die Nudeln «Wow with a Cow», an lange geschmortem Rindfleisch und einer an Umami kaum zu übertreffenden hausgemachten Hühnerbrühe. Aber auch wer keine Nudeln mag, wird glücklich. Es gibt drei Salate, sowie geschmacksintensive Spiesse vom Holzkohlegrill – auch hier gibt es neben dem typisch nordchinesischen Lamm auch vegane Optionen mit Pilzen und Gemüse. Unbedingt sollte dazu der Scallion-Pancake, eine Art chinesisches Fladenbrot bestellt werden. Das chinesische Comfort Food wird es bis mindestens Mitte April im «Freddy» geben. Wie es dann kulinarisch weitergeht, steht noch in den Sternen – es wird aber sicher weiterhin köstlich und unkompliziert bleiben.
NICHTS MEHR VERPASSEN!
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.