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Einzigartig in Zürich: Das «Charlatan» und die grösste Discokugel der Schweiz

Restaurant
Zürich
Schweiz

Ein Charlatan gibt vor, mehr zu wissen, als er tatsächlich weiss. Das Team hinter der «Charlatan RestoDisco» in Zürich hingegen weiss genau, was es tut: erstklassige Küche servieren und legendäre Partys feiern.

Restaurant und Disco auf unkonventionelle Weise verbunden, gab es bisher nicht. Bis 2022. Dann haben Kevin Ungermann (29), Koch mit philippinischen Wurzeln aus München, und Tim Hauser (30), Hotelier aus Glarus, die «Charlatan RestoDisco» gegründet. Mit dabei sind Sonja Huwiler als Partnerin und Patrick «Pitsch» Calame als Gastgeber, Patron, Charlatan und DJ.

Die beiden jungen Männer lernten sich vor acht Jahren in einer WG in Zürich kennen – jetzt sind sie die Masterminds hinter einem einzigartigen Konzept.

Vom Altersheim zur RestoDisco

Das Gebäude, in dem das «Charlatan» untergebracht ist, diente früher als Altersheim. Die Verwaltung wandte sich an Elena Nierlich – Partnerin der «Olé Ole Bar» zwei Häuser weiter – ob sie eine Idee für die Räumlichkeiten hat. Elena sprach daraufhin mit Kevin und Tim. «Wir hatten die Chance, hier etwas komplett Neues auf die Beine zu stellen», erinnert sich Tim. Die grosszügige Fläche bot die Möglichkeit, ein Restaurant und eine Disco zu kombinieren – ein Konzept, das es in Zürich so sonst nicht gibt.

Anstatt die Geschichte des Hauses auszulöschen, haben Kevin und Tim sie kreativ in ihr Konzept integriert. «Die Küche stammt noch aus der Zeit des Altersheims, aber wir haben sie ordentlich aufgepeppt», erzählt Kevin. An der Bar steht eine nostalgische Kuchenvitrine, die ihren Platz behalten durfte. Auch die Nutzung der Räume hat sich gewandelt: Wo früher Senioren ihr Mittagessen genossen, wird heute bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Und als Hommage an die neue Bestimmung des Gebäudes thront nun die grösste Discokugel der Schweiz zwischen dem Ess- und Tanzbereich – ein 300-Kilogramm-Schwergewicht, das die Transformation symbolisiert.

Das Interieur des «Charlatan» ist eine stilvolle Mischung aus fancy und trashy – genau dieser Kontrast macht den Charme des Lokals aus. An den Wänden prangt ein orange glänzender Teppich und Porträts von bekannten Schweizer Persönlichkeiten. Die eleganten Barstühle sind mit grünem Samt überzogen, während massive Holztische für eine warme, rustikale Note sorgen. Der Disco-Bereich bietet gemütliche schwarze Ledersitze. Es ist ein Ort, an dem Glitzer und Nostalgie fusionieren, wo genussvolles Essen auf ausgelassene Partystimmung trifft.

Ein Sieg, der nach mehr schmeckt

Die Speisekarte im «Charlatan» wechselt alle zwei Monate, doch einige Klassiker bleiben: Hacktätschli, Vitello Forello und Beefsteak Tatar – alles mit einer französischen Note verfeinert. «Ich koche, was ich selbst gerne esse», sagt Kevin, der in der «Augustiner-Küche» gelernt und sich in der französischen Kulinarik weitergebildet hat. Und was hat es mit dem «besten Wienerschnitzel ausserhalb Wiens» auf sich? Kevin erklärt: «Ich habe ein halbes Jahr daran getüftelt – und im Sommer 2024 sogar ein Praktikum im ‹Figlmüller› in Wien gemacht.» Feinschliff muss sein.

Kevin hat 2024 auch beim «Beef Club» abgeräumt. «Ich wurde kurzfristig angefragt, weil jemand abgesprungen ist. Anfangs war ich nervös, aber dann hat es richtig Spass gemacht», erzählt er. Sein Gewinner-Gericht: Hacktätschli mit Tafelspitz-Rollen, Soja-Mangostan-Vinaigrette, Kokos-Kürbis-Püree und Romanesco. Ein One-Hit-Wonder? Sicher nicht. Denn der Sieg bedeutet für den 29-Jährigen vor allem eines: «Weitermachen.»

Noch ist das «Charlatan» bis März 2026 befristet, weil das Gebäude dann kernsaniert wird. Aber Kevin und Tim blicken optimistisch in die Zukunft. «Wir hoffen, dass es verlängert wird. Zürich braucht genau so einen Ort», meint Tim. Und solange sich die Discokugel dreht, kann die Party weitergehen, oder?


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Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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