Krank zu Hause? Diese Mittel helfen wirklich bei Grippe und Erkältung
Hühnersuppe, Ingwer oder doch Zink-Präparate? Wenn man krank im Bett liegt, zählt jedes Mittel, das schnelle Besserung verspricht. Doch welche Hausmittel sind tatsächlich wirksam – und welche wirken vor allem als Seelentröster?
Wenn man krank im Bett liegt, klammert man sich an jedes Mittel, das schnelle Besserung verspricht. Doch was hilft wirklich bei Erkältung und Grippe? Eine gesunde Ernährung kann das Immunsystem unterstützen und die Symptome lindern. Sie begleitet den Körper bei der Genesung. Folgende Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel gelten als besonders wirksam – doch was sagt die Wissenschaft?
Hühnersuppe: Klassiker
Die Wirkung von Hühnersuppe auf den Verlauf von Erkältungen ist mangels grosser klinischer Studien nicht eindeutig belegt. Dennoch haben sich Forschende im Labor mit ihren Effekten beschäftigt – mit interessanten Ergebnissen. Bestimmte Inhaltsstoffe wie Aminosäuren aus Knochen und Fleisch können entzündungshemmend wirken und die Schleimhäute unterstützen. Zudem liefert die warme Brühe Flüssigkeit und Elektrolyte, was bei Fieber und Erkältung besonders wichtig ist.
Vitamin C: Mythos mit kleinem Effekt
Vitamin C gilt seit Jahrzehnten als Wunderwaffe gegen Erkältungen. Seine antioxidative Wirkung bindet freie Radikale und unterstützt Immunzellen. Studien zeigen jedoch ein differenziertes Bild: Hochdosierte Vitamin-C-Präparate können Erkältungen nicht verhindern. Wer regelmässig Vitamin C einnimmt, ist im Krankheitsfall im Durchschnitt nur geringfügig kürzer krank, nämlich etwa einen halben bis einen Tag. Zudem ist außerdem unklar, ob Vitamin C überhaupt einen messbaren Effekt hat, wenn es erst nach Symptombeginn eingenommen wird. Eine Ausnahme bilden Menschen unter extremer körperlicher Belastung, wie beispielsweise Marathonläufer, Soldaten oder Skifahrerinnen. In diesen Gruppen konnte eine präventive Einnahme das Erkältungsrisiko deutlich senken.
Zink: Baustein der Immunabwehr
Das essentielle Spurenelement Zink ist an mehr als 300 enzymatischen Prozessen beteiligt und spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem. Als Radikalfänger schützt es zudem vor oxidativem Stress (freie Radikale, die Zellen, DNA und Proteine schädigen). Übersichtsstudien zeigen: Wird Zink innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Symptome eingenommen, kann es die Dauer einer Erkältung um bis zu zwei Tage verkürzen und die Stärke der Symptome reduzieren. Auch zur Prävention scheint Zink bei Kindern die Häufigkeit und Dauer von Erkältungen zu senken.
Scharf essen: Chili, Knoblauch und Ingwer
Scharfe Lebensmittel können die Symptome einer Erkältung kurzfristig lindern. Chili regt die Durchblutung an und kann eine verstopfte Nasen vorübergehend öffnen. Knoblauch enthält antivirale Schwefelverbindungen und Ingwer wirkt entzündungshemmend und schleimlösend. Allerdings gilt: Gut ist nur, was auch bekömmlich ist. Wer Halsschmerzen oder eine empfindliche Verdauung hat, sollte scharfes Essen nur in Massen geniessen.
Fazit
Kein Lebensmittel heilt eine Erkältung oder Grippe. Eine nährstoffreiche Ernährung mit frischen Lebensmitteln, ausreichend Protein, Vitaminen und Mineralstoffen kann das Immunsystem unterstützen und die Symptome abmildern. Flüssigkeit, Schlaf und Ruhe sind und bleiben jedoch die wichtigsten Faktoren für eine schnelle Genesung. Hühnersuppe und Ingwertee sind dabei eher Helfer:innen als Wundermittel.