Zum Inhalt springen
© Shutterstock

Mehr als Durstlöscher: Eine Ode an das Spaßgetränk

Getränke
Trend
Tipps

Wenn Sie sich jetzt fragen »an das was?« – bleiben Sie dran. Dieser Drink-Trend wird Ihnen ausnahmsweise ausschließlich guttun!

Es muss im letzten Frühjahr gewesen sein, als das Wort »Spaßgetränk« nicht nur in meinen Sprachgebrauch, sondern plötzlich auch in den Sprachgebrauch aller – sagen wir – nach 1995 Geborenen eingezogen ist. Sollten Sie innerlich schon aussteigen wollen: Tun Sie es nicht. Merken Sie sich den Begriff – und gönnen Sie sich heute oder beim nächsten Einkauf einfach selbst ein Spaßgetränk. Auch wenn Sie noch nicht genau wissen, was das ist.

Ganz genau sagen kann ich es Ihnen zwar auch nicht, eine offizielle Definition gibt es nämlich nicht. Ich versuche trotzdem eine – die Sie gern nach Belieben anpassen dürfen. Im Grunde steckt sie bereits im Namen: Ein Getränk, das Spaß macht. Oder anders gesagt: Ein Spaßgetränk trinkt man, weil es Freude bereitet – nicht, weil man muss. Wichtig: In meinem Umfeld sprechen wir ausschließlich über alkoholfreie Getränke, die man schnell im Supermarkt oder am Kiosk kaufen kann.

Genuss im Kleinen

Mein persönliches Go-to-Spaßgetränk ist zum Beispiel Capri-Sonne – eine kleine Kalorienbombe, die ich mir gelegentlich gönne. Mal, weil ich einfach Lust darauf habe, mal, weil sie mich in die Sommer meiner Kindheit zurückkatapultiert, mal, weil der Tag anstrengend war. Das passiert gegen jede Vernunft, denn gut für den Körper ist bekanntlich nur Wasser. Und genau darum geht es: nicht um Funktion, sondern um ein Gefühl – etwas mit dem man den Moment genießen kann oder ihn vielleicht sogar besser macht.

Neben Capri-Sonne stehen hoch im Kurs: Spezi, Mate, klassische Limonaden, vielleicht auch mal ein Energydrink oder ein alkoholfreier Cocktail. Praktisch alles, was das Kioskregal hergibt – und was man als unvernünftig bezeichnen würde, würde man es täglich literweise trinken. Beim Spaßgetränk geht es eben nicht um Gesundheit, sondern um Genuss im Kleinen.

»Mit einem Spaßgetränk geht vieles leichter«

Manchmal helfen Spaßgetränke auch bei unliebsamen Aufgaben: die Hausarbeit, die noch geschrieben werden muss, oder das Meeting, vor dem man sich seit Wochen drückt. Mit einem Spaßgetränk geht vieles leichter. Es ist der mentale Boost, die kleine Belohnung nach einem langen Tag oder schlicht Selbstfürsorge – ein bewusstes »Ich gönn mir jetzt was«.

Statt zum Feierabendbier habe ich mich seit dem Siegeszug des Spaßgetränks immer häufiger mit Freunden am Kiosk verabredet, die Qual der Wahl getroffen und bin dann mit Eistee oder Malzbier am Rhein entlanggelaufen.

Ein Spaßgetränk ist Motivator, Nostalgieauslöser und Glücklichmacher zugleich. Und manchmal auch eine kleine Zeitreise: Wann haben Sie schließlich das letzte Mal ein Malzbier getrunken – oder erinnern Sie sich noch an Dreh und Trink? Ein Schluck, und gute Laune ist garantiert.


Anna Wender
Anna Wender
Senior Redakteurin
Mehr zum Thema
1 / 12