Oscar de Matos übernimmt das «Mardi Gras»: «Luzern fühlt sich genau richtig an»
Ein altes Café, ein neues Restaurant und viel Liebe zur Gastronomie: Nach jahrelanger Suche nach seinem eigenen Restaurant kehrt Oscar de Matos nach Luzern zurück und übernimmt das «Mardi Gras». Ein Gespräch über Heimweh, schnelle Entscheidungen und moderne Küche.
Nach Jahren ohne festen Standort kehrt Oscar de Matos nach Luzern zurück. Dort übernimmt er das traditionsreiche «Mardi Gras». Gemeinsam mit seiner Partnerin Nadine Baumgartner will er einen Ort schaffen, der Tradition und Moderne vereint. Im Gespräch mit Falstaff erzählt er, wie es dazu kam und welche Pläne er verfolgt.
Oscar, jetzt gehst du wieder nach Luzern. Hattest du Heimweh?
Oscar de Matos: Es war nicht direkt Heimweh. Wir haben eigentlich in Zürich nach einer passenden Location gesucht, aber das war sehr schwierig bis fast unmöglich. Dann hat mein Geschäftspartner vorgeschlagen, unseren Suchradius etwas zu erweiteren. Kurze Zeit später kam er zu uns, in Luzern gäbe es vielleicht eine Möglichkeit. Wir haben es uns angeschaut, die Leute kennengelernt – und dann ging alles wahnsinnig schnell. Innerhalb einer Woche war alles geregelt.
Wie kam es zur Übernahme des «Mardi Gras»?
Der bisherige Besitzer, mittlerweile 70 Jahre alt, wollte sich zur Ruhe setzen. Er suchte zwei Gastronom:innen, die sein Lokal in seinem Sinne weiterführen. Wir haben mit dem Verpächter gesprochen. Er hat uns kennengelernt und fand uns sympathisch. So kam eins zum anderen.
Ihr übernehmt ein bestehendes Konzept. Wie wollt ihr es verändern?
Wir wollen die zwei Seiten des Lokals unterschiedlich nutzen. Die eine Seite bleibt eine charmante Café-Bar im französischen Stil. Hier wird es weiterhin Kaffee und Croissants geben, aber wir ergänzen das Angebot um Kuchen und kleine Snacks wie Tortilla, Schinken und Oliven. Am Anfang soll die Bar an drei Abenden die Woche geöffnet sein – wie eine kleine Weinbar.
Und auf der anderen Seite?
Dort entsteht ein Restaurant, das sich der modernen Interpretation klassischer Gerichte widmet. Ich habe lange an meinem Stil gearbeitet, eine Mischung aus traditioneller Küche und zeitgenössischen Techniken, viel Fermentation. Es wird eine Karte mit etwa zehn Gerichten geben, sowie ein Chef’s Choice-Menü mit sechs bis acht Gängen.
Was wird sich am Interieur verändern?
Die Restaurantseite wird umfassend renoviert. Wir bringen eine richtige Küche ein und lassen das Interieur auffrischen. Es wird eine Mischung aus modernen Elementen und erhaltenen alten Stücken, etwa zwei sehr alten Tischen, die wir mit unserem Innenarchitekten harmonisch ins neue Konzept einbinden. Die Café-Bar hingegen bleibt unverändert – ihr französischer Stil hat uns sofort gefallen.
Wann ist die Eröffnung geplant?
Wir planen die Eröffnung im April. Wir freuen uns sehr darauf, wieder ein eigenes Restaurant zu führen. In den letzten Jahren haben wir viel im Ausland gekocht, private Dinners veranstaltet und Tavolatas organisiert. Jetzt ist der richtige Moment, um zurückzukehren und etwas Neues in Luzern zu schaffen.
Danke für das Gespräch, Oscar de Matos.
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