Wie kam der Lavendel ins Cocktailglas?
Beruhigend, duftend und überraschend vielseitig: Lavendel ist längst nicht mehr nur als Heilpflanze bekannt, sondern sorgt auch in der Küche und in Drinks für feine florale Aromen.
Ähnlich wie Minze oder Kamille gilt Lavendel seit Jahrhunderten als geschätzte Heilpflanze. Schon im Mittelalter wurde er wegen seiner wohltuenden Wirkung geschätzt. Verantwortlich dafür sind vor allem seine ätherischen Öle, die bis heute bei Schlafproblemen, Anspannung und innerer Unruhe eingesetzt werden. Ob als Tee, in der Naturheilkunde oder in der Parfümerie – Lavendel ist vielseitig und beliebt. Inzwischen findet er zudem immer häufiger seinen Platz in der Küche und verleiht Speisen sowie Drinks eine feine, aber charakteristische florale Note.
Die Lavendelsaison dauert in der Regel von Mitte Juni bis Mitte August. Der berühmte Provence-Lavendel erreicht seinen Höhepunkt im Juli, bevor er im August geerntet wird. Allerdings ist Lavendel nicht gleich Lavendel: Man unterscheidet zwischen dem »echten« Lavendel und Lavandin, einer widerstandsfähigen Hybridpflanze. Lavandin ist robuster, ertragreicher und dadurch einfacher anzubauen. Echter Lavendel stellt höhere Ansprüche an seinen Standort und ist deshalb seltener anzutreffen – dafür gilt sein Duft als besonders fein und seine ätherischen Öle als besonders hochwertig.
Vom Kräutersäckchen in den Drink
Dass Lavendel heute immer häufiger in Cocktails zu finden ist, ist kein Zufall. Mit dem Aufschwung der modernen Barkultur und des sogenannten Garden-to-Glass-Phänomens entdeckten Mixolog:innen aromatische Kräuter und essbare Blüten als passende Ergänzung zu den klassischen Spirituosen.
Genau hier kommt Lavendel ins Spiel: Mit seiner feinen, floralen Note harmoniert er besonders gut mit Gin, Wodka, Zitronensaft oder Schaumwein. Meist wird er als Sirup oder sanfte Infusion verarbeitet, da sein intensives Aroma schnell dominant werden kann. Deshalb gilt auch hier: Weniger ist mehr. Schon kleine Mengen verleihen einem Drink eine elegante, blumige Note, ohne andere Aromen zu überdecken. Obwohl Lavendel seit Jahrhunderten zum Aromatisieren von Speisen und Getränken verwendet wird, hat er sich erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten als fester Bestandteil der modernen Cocktailkultur etabliert – im Zuge des Trends zu botanischen Zutaten, natürlichen Aromen und regionalen Kräutern.
Falstaff hat auch einige Lavendel-Cocktail-Rezepte parat – viel Spaß beim Nachmixen: