Bachls Restaurant der Woche: »Liebsteinsky«
Im »Liebsteinsky« übernahm Harald Rindler die Küche.
Bistro. Wein. Bar. So definieren die Patrone Ulrike und Andreas Mikulits ihr kleines Lokal am Schubertring, der bis 1928 Kolowratring hieß – damals benannt nach Franz Anton Graf Kolowrat-Liebsteinsky. Womit die beliebte Frage nach dem eigenwilligen Namen erklärt wäre. Das vor zehn Jahren vom früheren »Novelli«-Geschäftsführer eröffnete Lokal möchte »eine Melange aus charmantem, französischem Bistro und NYC-Style-Restaurant« sein. Und genau dieser Mix sorgt offenbar hier täglich für ein volles Haus. Zum Jubiläum trat ein neuer Küchenchef den Dienst an. Harald Rindler leitete zuletzt die Küche im Fünfsternehotel »Seekarhaus« in Obertauern und bringt etwas mehr Klassik ins Repertoire.
Immer ein Anliegen der Patrone ist deren Lieblingsgemüse Artischocke. Hier werden große französische Prachtstücke im Ganzen serviert, erst zum Zupfen, dann wird der freigelegte Boden abserviert und gebraten retourniert – macht so niemand sonst in Wien. »French Toast« wird, zu großen Würfeln geschnitten, mit Hummerbutter, Erbsenschoten und Crème frâiche als gar nicht so kleiner delikater »Small Bite« serviert.
Die Hühner stammen vom französischen Topzüchter Mieral, im Menü »Liebsteinsky Ralley« bekommt man Gerichte wie Bio-Ei, Kartoffel plus Imperial Gold-Kaviar oder eine aus der westfranzösischen Geflügel-Hochburg Maché stammende Wachtel mit Entenleber, Sellerie, wieder Artischocke und dichtem Jus – 79 Euro für sechs Gänge sind angesichts der »Einser-Ware«, die hier verkocht wird, eine Okkasion. Schon immer ein Atout des »Liebsteinsky«: toller Service und eine der am fairsten bepreisten Weinkarten der Innenstadt mit ein paar gereiften Schätzen, die Liebhaber staunen machen.
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