Bachls Restaurant der Woche: »Masaniello«
In dem Restaurant in der Wiener Landstraße steht das Motto »Alles süditalienisch« im Vordergrund.
Zufällig kommt man hier eher nicht vorbei. Zu den Intentionen, dieses Viertel von Wien-Landstraße zu besuchen, zählen Hundertwasserhaus, Kunsthaus Wien oder das Fälschermuseum. Im »Masianello« wird nichts verfälscht, dem stünde die süditalienische Berufsehre der hier tätigen Herren entgegen. »Alle kommen aus der Provinz Napoli. Oder Apulien. Sogar der Tellerwäscher«, scherzt Co-Patron Clemente Crispino, einst in der bekannten »Osteria d’Atri« im Regierungsviertel zugange und seit einem Jahr mit Cousin Maurizio d’Atri hier deutlich entlegener engagiert. Ein Italiener war hier schon zuvor, somit durften die Aufschrift »Trattoria Pizzeria« und der rot-weiße Pizzaofen weiterdienen. Ganz so chic wie einst in der City wurde das Lokal nicht.
Und die Küche versteift sich auch gar nicht auf irgendein Chichi oder Grässlichkeiten wie Girlanden aus Balsamico-Reduktion. Echt gutes Essen auf schönen Tellern. Unter »A frittur« kommen frische Tierchen wie Calamari, Sardellen oder Rotbarben im Teigmantel. Außergewöhnlich gute Orecchiette »fatte a mano« gibt’s mit Cime di Rapa, Chili und Sardellen. Von der Parmigiana berichten andere Gäste nur das Allerbeste – diesmal war keine vorrätig, die Melanzani wurden zu spät angeliefert. Sonst in Wien eher nicht zu finden: der Zungenbrecher »Cacciucco alla Livornese«, ein sämig eingekochter paradeisiger Fischtopf. Oder die zur Jahreszeit passende Rustikalität namens »Ragú napoletano« mit Fleischbällchen, Salsiccia, Speck und Rindfleisch. Falls dann noch was geht, empfiehlt Crispino »Babá Napoletano« – »aus meiner Region«. Ein größeres Weinbudget ist nicht vonnöten, bei 65 Euro für einen Sauvignon Blanc von Vie de Romans ist auch schon Schluss.
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