Bachls Restaurant der Woche: »Meinklang Hofladen«
Rustikales Ambiente, moderne Küche und Naturweine im »Meinklang Hofladen«.
Chinalokale, Weinbars, Bierpubs. Urbane Lokale zuhauf in Wien fünf. Und dann das. Ein kleiner Laden und eine Gaststube mit Vollholzmobiliar – ganz wie auf einem Bauernhof. Der »Hofladen« ist ein Ableger des biodynamischen Guts Meinklang im burgenländischen Pamhagen. In der Backstube wird exzellentes Brot gebacken, im Kühlschrank liegen Cuts vom Angusrind, Gemüse gibt’s auch. Wer ob der ländlichen Optik auf schlichte Küche schließt, liegt falsch. Hinter »Ceviche vom Angus Filet« verbirgt sich die Idee, das »edle« Stück eben nicht zu einem faden Hauptgang zu verkochen, sondern anders zu präsentieren. Dünn handgeschnitten und mit Amalfi-Zitrone plus Petersilie wird daraus ein genial einfaches Gericht, das jedes Carpaccio auf die Ränge verweist.
Allerlei eingelegte Gemüse kommen mit knisternden Erdäpfelchips, Tupfern cremiger Beinschinken-Paté, Kräutern und Kren. Ein ebenso sinnliches Vergnügen wie die dünnen Tranchen von der Rinderzunge mit knusprigen Pastinaken und eingelegten Bärlauchkapern. Wem nach Fleisch gelüstet, der nimmt das saftig gebratene Mangalitza-Karreesteak mit Szechuanpfeffer und brauner Butter. Die kleine und oft neu geschriebene Karte empfiehlt, auf Teller-Egoismus zu verzichten und zu teilen. Und wer kocht so verblüffend spannend? Thomas Piplitz heißt der Mann, der einst in Kopenhagen im »Studio« bei Torsten Vildgaard werkte (neuerdings Chef im »Frantzén«-Ableger »FZN« in Dubai), vier Jahre war er zudem die rechte Hand von Simon Taxacher in Kirchberg. Die Karte wechselt häufig, zum Essen gibt’s hofeigenes Bier und vielerlei Bioweine »von Gleichgesinnten« aus Ungarn bis Kalifornien. Reservierung dringend angeraten.
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