Restaurant im Lockdown

Restaurant im Lockdown
© Shutterstock

Danke! Diese Vermieter kamen Gastronomen entgegen

Die volle Miete zu verlangen, obwohl Restaurants, Bars und Cafés kein Einkommen haben, das muss nicht sein. Wir holen rücksichtsvolle Vermieter vor den Vorhang.

Der Bericht über die zugestellte Räumungsklage an das »Café Landtmann« schlug hohe Wellen. Cafétier Berndt Querfeld hatte erklärt, dass der Vermieter eine angefragte Mietreduktion verweigert hatte. Für uns war das Anlass, um sich in der Branche umzuhören, ob es positive Beispiele von Vermietern gibt, die aufgrund der Corona-Krise die Miete reduziert hatten.

Ernüchternderweise waren die Rückmeldungen überschaubar, da hätten wir uns ehrlicherweise mehr erhofft. Das zeigt einmal mehr, wie schwierig die Situation aktuell für die Gastronomie ist. Dennoch wollen wir ihnen die positiven Meldungen und Danksagungen an die rare Spezies der edelmütigen Vermieter nicht vorenhalten. Diese Beispiel dürfen Schule machen!

Heurigenhof Bründlmayer

»Wir, der »Heurigenhof Bründlmayer« (Betreiber Victoria & Martin Schierhuber), möchten uns ganz herzlich bei unserem Vermieter (Weingut Bründlmayer) bedanken. Dieser zeigt sich nicht nur äußerst kulant bei der Miete, sondern unterstützt uns in diesen schwierigen Monaten auch mit Weinspenden für unser Take-Away-Angebot

Vestibül

Veronika Doppler und Christian Domschitz, die Betreiber des Top-Restaurants »Vestibül« bedanken sich bei ihrem Vermieter, dem Burgtheater: »Wir zählen uns zu den glücklichen Gastgebern, denen man ohne viel Getue großzügig entgegengekommen ist. Wir haben in dieser wahnsinnig schweren und extrem belastenden Zeit einen tollen Partner, der uns nicht hängen lässt und das obwohl auch von Vermieterseite die Situation extrem angespannt ist. Danke dem Burgtheater!«

Café KlimBim

Cafétière Alexandra Psichos schätzt sich mit ihrem »Café Klimbim« ähnlich glücklich: »Ich möchte mich bei meinem Hausherrn, der Familie Volker herzlich bedanken. Wir sind seit über 40 Jahren Mieter in 1210 Wien, Franz Jonas Platz 5. Man hat uns eine Reduktion von 75% gewährt. Danke für diese Aktion!«

Caffetteria

Ursula Kremser bedankt sich ebenfalls herzlich: »Wir haben ein kleines Kaffeehaus, welches wir seit 15 Jahren betreiben. Unsere Vermieterin Frau Charlotte Lenzenhofer von Domino Real hat sich sowohl beim 1. Lockdown als auch jetzt sehr loyal und einfühlsam gezeigt. Automatisch schickt sie die Mietvorschreibung 50 Prozent reduziert von der Bruttomiete ohne Aufforderung und Rückzahlung. Hiermit möchte ich ein großes Danke an Frau Lenzenhofer richten!«

Café Olivani

Anita Nutz betreibt das »Café Olivani« in Fels am Wagram und berichtet von sehr postitiven Erfahrungen: »Mein Vermieter trat an mich heran und hat mir eine Mietminderung angeboten ... 
Ich kann nur eins sagen: Ich habe einen sehr menschlichen Vermieter, mit dem man immer reden kann, wenn man in Schwierigkeiten ist!«

Teenorissimo

Sandy Pinderak betreibt ein kleines Teehaus in Hietzing (das Teenorissimo) und bedankt sich für das menschliche Entgegenkommen ihres Vermieters: »Mitte März als der erste Lockdown verhängte wurde und keiner wusste wie es weitergehen würde, nahm ich meinen ganz Mut zusammen und schrieb meiner Vermieterin, ob sie mir mit der Miete entgegen kommen könnte. Sie schrieb gleich zurück und machte mir Mut, dass wir das alle schaffen werden und sie natürlich kein Miete von mir verlangen würde. Meine ganze Familien war gerührt und ich bin glücklich, dass ich meinen Traum durch ihre Hilfe weiter leben darf.«

Freiraum

Anja Haider-Wallner meldet sich aus Eisenstadt mit einer Danksagung: »Wir sind ein Gastro-Social-Business in Eisenstadt (Freiraum), das vegan-vegetarisch aus vorwiegend regionalen und biologisch produzierten Lebensmitteln kocht. Mit dem Take-Away Betrieb ermöglichen wir unseren Gästen, auch in Lockdownzeiten gewohnt gesund und wohlschmeckend zu essen und unseren Mitarbeiter*innen und Lehrlingen aus aller Herr*innen Ländern weiterhin zumindest minimal Gastronomie zu lernen.

Genug zum Überleben verdienen wir damit nicht und die Förderungen kommen zum Teil mit großer Verspätung an. Unser Vermieter ist uns insofern entgegengekommen, als er Mieten immer wieder unkompliziert gestundet hat, wenn es knapp wurde und die vertraglich vereinbarte Mieterhöhung ab dem 2. Jahr aufgeschoben hat, bis sich die Situation ›normalisiert‹ hat.«

Wollen auch Sie sich bei Ihrem Vermieter bedanken?
Schreiben Sie uns ein Mail

Truth & Dare Bar

David und Dominik von der »Truth and Dare«-Bar sind ihrem Vermieter als Newcomer besonders dankbar: »Unser Vermieter war ab dem ersten Lockdown jederzeit gesprächsbereit und entgegenkommend. Immer wieder kam es zur neuen Evaluierung der vorhanden Situation. Er war stets verständnisvoll und hilfsbereit. Als neu eröffnete Bar fielen die Unterstützungsgelder der Regierung oftmals gering aus, weshalb wir unserem Vermieter für das Verständnis sehr dankbar sind.«

Woracziczky in Krems

Nikolaus Woracziczky und Andrea Pscheid-Hintersteiner vom »Woracziczky-Am Pfarrplatz 3« in Krems bedanken sich herzlich bei ihrer Vermieterin Margarete Ambichl, »die immer ein offenes Ohr und ein großes Herz hat, wenn es schwierige Zeiten gibt! Und der Humor fehlt auch nicht! Danke für den Mietnachlass!«

Weitere erfreuliche Reaktionen

  • Die Grühs Bierstube in Wien, Favoriten bedankt sich bei Verpächter Lubomir Legen, der im Lockdown auf seinen kompletten Mietanteil verzichtet hat.
  • Josef Macek vom Gasthaus in St. Peter Freienstein schickt ein herzliches Dankeschön an Vermieter Herrn Roland Ebner für sein Entgegenkommen.

Bernhard Degen
Autor
Mehr zum Thema