Neuer Küchenchef bringt frischen Wind in die Steiermark: Bachls Kritik des »Höflehner«
Abseits des lebhaften Eventtrubels in Schladming, bietet der Gumpenberg das genaue Gegenteil: Entspannung, Panorama und beeindruckende Kulinarik.
Während sich Schladming als Event-Hochburg im Ennstal positioniert hat – zum Saisonstart trällern dreimal die »Backstreet Boys« im Planai-Stadion –, findet man zehn Fahrminuten höher am Gumpenberg das Gegenteil. Völlige Ruhe, Fernblick, Kuhgebimmel und ein Hotel, das sich aus einem 1729 erwähnten Bergbauernhof zu einem führenden Wellnesshotel gemausert hat – durch die auf mehreren Ebenen angelegte Spa-Zone ist wegen Verirrungs-Gefahr eine Führung dringend angeraten. Während hier also alles ausgereizt scheint – mehr Saunas kann man kaum einbauen –, wurde jetzt in der Gastronomie auf die Halbpension eins draufgesetzt. Neuer Küchenchef ist Christian Spreitz, Berufsschullehrer und zuletzt im »Erzherzog Johann« in Bad Aussee in Diensten. Parallel zu seinem Engagement öffnet sich das Haus jetzt auch für externe Gäste mit einem eigenen À-la-carte-Restaurant neben der Hausgästezone – hier sitzt man ruhiger und hat Zugriff auf ein gar nicht kleines Angebot mit echten Überraschungen.
Spreitz beherrscht Dinge der »alten Schule«, die anderorts zunehmend in Vergessenheit geraten. Pâté en croûte vom Hirsch aus hauseigenem Rotwildgehege mit Sauce Cumberland und Waldorfsalat – findet man in alten Kochbüchern und hier. Die zart glacierte Hirschleber im herrlich dichten Wildjus dürfte man leider nur im Herbst am Teller antreffen. Glacierte Wachtelbrust mit pikanten und formidabel fluffigen Mohn-Schupfnudeln und Kohlsprossen sollten sich länger auf der Karte halten. Die in vielen Hotels üblichen Convenience-Produkte sind tabu und »Naturküche« Hausvorgabe. Die Weinkarte listet viel im günstigen Bereich, während Kundige dazwischen tolle Okkasionen finden.
8967 Haus
Österreich