Bern hat einen neuen Bären – und der ist beschwipst!
Die Szene-Bar «Luna Llena» nennt sich neu «Tipsy Bear». Zwei Iren haben die legendäre Quartierbeiz im Berner Breitenrain übernommen.
Peter Guinan lehnt über den Tresen und erzählt, wie der Start im ehemaligen Luna Llena war. Sein Geschäftspartner Mikey Hunt hantiert mit Kaffeetassen und zapft Bier. Das «Luna Llena» war fast 3 Jahrzehnte im Berner Breitenrainquartier eine Institution: Hierher kommt man für Bier, Fussballabende und Gesellschaft. Im Winter im gemütlichen Lokal, im Sommer setzt man sich unter die grossen Bäume auf die Terrasse.
«Viele meinen, dass wir eine irische Bar sind. Aber wir sind einfach zwei Iren, die eine Bar haben», sagt der 42-jährige Guinan. Guinness vom Zapfhahn sucht man also vergebens, dort sprudelt Simmentaler in drei Bierstilen heraus. «Ideen für Cocktails haben wir eine ganze Menge, aber davon haben wir noch gar nichts umsetzen können», führt der 36-jährige Hunt aus. Die beiden haben sich in Zürich kennengelernt, Hunt war in der IT, Guinan in der Finanzbranche. Sie freundeten sich an und starteten auf den Philippinen ein Hostelprojekt. Mit schlechtem Timing: Covid machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Zurück in der Schweiz führen sie ihr Leben in Bern fort, wo es gemütlicher und freundlicher sei.
Und haben die stressigen Eröffnungswochen der Freundschaft keinen Abbruch getan? «Nein, gar nicht. Wir mögen uns noch immer», sagt Guinan. Und witzelt: «Ganz besonders mag ich ihn, wenn er arbeitet.» Tatsächlich trägt Hunt schon wieder ein volles Tableau nach draussen. Die Gäste sind die selben wie zuvor, von Kindern bis hin zu älteren Herren, die hier zum Kaffee einkehren. Auch zwei Mitarbeiter vom vorherigen Team sind geblieben.
Angetrunkener Bär
Drei Dinge haben Guinan und Hunt geändert: Drinnen wurde das Lokal entstaubt und den Namen auf «Tipsy Bear» – angetrunkener Bär – geändert. Dann wurden Dartscheiben aufgehängt, um die Gäste zum Spielen zu animieren. Gamification sind sich einige Gäste bereits gewöhnt: So wurden im Vorgängerlokal Kreuzworträtsel gemeinsam gelöst, schreibt das Berner Onlinemagazin Hauptstadt. Jeder Teilnehmer setzte ein Wort ins Rätsel und reichte die Zeitung weiter zum nächsten. Welch schöner Zeitvertrieb.
Fancy Drinks und ein Essensmenü sind gerade keine Priorität. «Wir werden Schritt für Schritt Neues einführen, aber die Küche ist uns derzeit sowieso zu heiss.» Spezielle Drinks gibt es dennoch: Beispielsweise einen knallvioletten Gin-Tonic auf Basis Klitoriablumen oder einen Wassermelonen Spritz. Passend zum Sommer und der laufenden Frauen-EM fliesst natürlich Bier in rauen Mengen.