«Mammertsberg» von Silvio Germann eröffnet
Nach mehrmonatiger Neukonzeption wiedereröffnete Silvio Germann das Boutiquehotel «Mammertsberg» in Freidorf am Bodensee. Wir haben erste Einblicke.
Im Februar veröffentlichte Spitzenkoch Silvio Germann, die Pacht des renommierten «Mammertsberg», gemeinsam mit seinem Partner, dem Bündner Drei-Sterne-Koch Andreas Caminada zu übernehmen. Mit 1. Oktober öffnete der neue Gastgeber nun das historische Boutique-Hotel in Freidorf am Bodensee endlich seine Tore. An seiner Seite steht mit Sommelier und Restaurantleiter Giuseppe Lo Vasco sowie Chef de Réception Carolin Gierling ein starkes Team.
Fine-Dining, Bistro & Humidor
Neben dem Gourmetrestaurant im Erdgeschoss des historischen Gebäudeteils gibt es ein Bistro im Monolith sowie einen begehbaren Humidor und Weinkeller mit verschiedenen Lounges. Im Obergeschossen bietet das Hotel, das vor zehn Jahren von der Schweizer Architektenikone Tilla Theus modernisierte wurde, künftig sechs stilvolle Zimmer und geräumige Suiten.
«Das ‹Mammertsberg› ist für uns ein echtes Kleinod und wir sind extrem stolz, hier nun wirken und unsere Gäste begrüssen zu dürfen», so Germann. Der 32-Jährige möchte das historische Anwesen von Inhaberehepaar Daniela und Jürg Maurer mit persönlicher Note in die Zukunft führen. Caminada sieht seine Rolle hingegen eher im Hintergrund: «‹Mammertsberg› ist Silvios neues Zuhause. Für ihn ist es nach sieben erfolgreichen Jahren in unserem ‹Igniv› im ‹Grand Ressort Bad Ragaz› die richtige Zeit, um seinen eigenen Weg zu gehen. Ich stehe ihm gerne beratend zur Seite, doch das Mammertsberg wird allein seine kulinarische Handschrift tragen und durch Giuseppe Lo Vasco und Carolin Gierling als Gastgeber geprägt werden.»
Neben der einzigartigen Lage des Hauses mit freiem Blick bis zum Bodensee, über die Thurgauer Hügellandschaft und die Appenzeller Alpen, verfügt es auch über ein einzigartiges Design, für das Germann und Caminada klare Vorstellungen hatten: «Wir wollten im Inneren die besondere Patina der Räume sowie die schöne Haptik der Materialen wirken lassen und so ein warmes Ambiente schaffen», so Caminada. Viele zuvor metallisch-glänzende Elemente sind sanfteren Nuancen gewichen. Beispielsweise wurde die monumentale Aluminium-Wendeltreppe, die von der Aperitif Lounge ins Restaurant führt, in Mattschwarz umgefärbt.
Produkte aus dem eigenen Garten
Aus der lichtdurchfluteten offenen Küche kommen ab sofort Gerichte wie Felchen mit Regenbogenrettich und Rogen, Pilze mit BBQ und Dashi oder Gams mit Sellerie, Zwetschge und Bittersalaten – allen voran einem Cicorino Rosso, der wie auch Federkohl, Staudensellerie, Kohlrabi und einigen Kräuter direkt aus dem hauseigenen Küchengarten kommen. Das Menü umfasst dabei wahlweise drei bis fünf Gänge und wird von einem Amuse-Reigen zur Einstimmung abgerundet sowie auf Wunsch einem Surprise Gang.
«Wir kochen saisonal und nutzen überwiegend gute Produkte aus der Region. Aber ich liebe es auch mal eine bretonische Langustine oder einen Fisch aus dem Meer zuzubereiten», so Silvio Germann. «Mittags servieren wir A la Carte im Bistro eine schöne, etwas bodenständigere Küche mit hausgemachten Ravioli, Kalbsbäckchen oder Maccheroni aus einem Caprinello Käselaib.»