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© Theodor Berlin

»Théodor Brasserie« in Berlin: Französischer Neuanfang am Mommsen-Eck

Neueröffnung
Berlin
Französische Küche

Am Mommsen-Eck in Charlottenburg eröffnet die »Théodor Brasserie« und setzt den traditionsreichen Standort mit einer französisch geprägten Küche und bewusst großzügigem Brasserie-Konzept neu in Szene.

Lange war unklar, was nach dem kurzweiligen Gastspiel des »Café Einstein am Mommseneck« aus der traditionsreichen Adresse in Charlottenburg wird. Nun hat am 28. Mai 2026 die »Théodor Brasserie« eröffnet – und damit ein neues gastronomisches Kapitel in der Berliner City West aufgeschlagen.

Hinter dem Projekt steht der Kulturunternehmer Yoram Roth gemeinsam mit der Berlin Hospitality Group. Damit erhält ein Ort neue Kontur, der über Jahrzehnte fest im West-Berliner Alltag verankert war: das ehemalige Mommsen-Eck, das mehr als 100 Jahre lang als Kultkneipe betrieben wurde und nach seiner Schließung zunächst vom »Café Einstein am Mommseneck« übernommen worden war. Dessen Laufzeit blieb jedoch kurz – bereits im Dezember 2025 wurde der Betrieb wieder eingestellt.

Mit der »Théodor Brasserie« wird diese prominent gelegene Adresse nun neu interpretiert. Der Anspruch ist klar französisch geprägt, zugleich aber bewusst zeitgenössisch gedacht: eine Brasserie als lebendiger Ort für lange Abende, volle Tische und klassische Küche in großzügiger Auslegung.

Französische Opulenz

Auch räumlich folgt das Konzept dieser Idee. Rund 170 Quadratmeter Innenfläche bieten Platz für etwa 120 Gäste, ergänzt durch einen ebenso großen Außenbereich mit weiteren rund 120 Plätzen, der in den Sommermonaten zur Straße hin geöffnet wird. Die Sitzlandschaft ist bewusst vielseitig angelegt und kombiniert Bistrotische, Tresenplätze und einen Wintergartenbereich. Der Start erfolgt zunächst mit Dinner-Service, weitere Öffnungszeiten sollen schrittweise folgen.

Kulinarisch setzt die Brasserie auf die gebündelte Expertise der Berlin Hospitality Group. An der Entwicklung der Karte wirken unter anderem Tobias BeckLuna D’Oro« im »Clärchens Ballhaus«) und Roel Lintermans (»Restaurant Verōnika« im Fotografiska) mit, die Küchenleitung liegt bei Michael Czernetzki. Die Weinkarte wird von Pierre Girard kuratiert.

Inhaltlich versteht sich das Konzept als bewusster Gegenentwurf zu reduzierten Gastronomieformen. Statt Zurückhaltung dominieren Opulenz, klassische französische Zubereitungen und ein Verständnis von Essen als sozialem Ereignis. Die Brasserie-Tradition dient dabei als Grundlage, wird jedoch nicht historisierend, sondern zeitgenössisch interpretiert.

Auf der Karte stehen entsprechend Gerichte wie geröstetes Knochenmark mit Kräuter-Sauce-vierge, Seezunge meunière, Blanquette de Veau mit Karotten und Perlzwiebeln sowie glasierte Lammhaxe mit Thymian-Jus und Ratatouille. Ergänzt wird das Angebot durch einzelne lokale Akzente wie ein Salt-and-Pepper-Kalbsbries als Bezug zur Charlottenburger Nachbarschaft.

Auch die Weinauswahl folgt dieser Linie konsequent und konzentriert sich klar auf Frankreich, ergänzt um ausgewählte Raritäten aus renommierten Anbaugebieten.


Redaktion
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