Zum Inhalt springen
Foto beigestellt

Wie die Gründerinnen mit Sundays den Getränkemarkt in der Schweiz verändern wollen

Getränke
Alkohol
Schweiz

Das Zürcher Start-up Sundays bringt frischen Wind in die Schweizer Getränkewelt. Die drei Gründerinnen haben mit ihren preisgekrönten Hard Seltzers und Eistees eine Marktlücke gefüllt und möchten mit ihren Produkten das Bewusstsein für bewussten Konsum stärken. Ein Gespräch über Frauenpower, Innovation und Community.

Drei Gründerinnen, ein Ziel. Norell, Katy und Jen wollen die Schweizer Getränkekultur revolutionieren. Inspiriert von den beliebten Hard Seltzers aus den USA, haben sie ein Schweizer Produkt geschaffen, das für bewussten Konsum steht. Ihre preisgekrönten Getränke sind nicht nur erfrischend und kalorienarm, die Zutaten dafür stammen auch aus lokaler, nachhaltiger Produktion. Im Falstaff-Interview sprechen sie über die Herausforderungen als Frauen in der männerdominierten Getränkeindustrie, ihre Vision für Sundays und wie sie eine Community rund um ihre Marke aufbauen wollen.

Falstaff: Was hat euch motiviert, Sundays gemeinsam zu gründen?

Norell: Wir haben hier in der Schweiz Hard Seltzers getrunken, die wir aus den USA mitgebracht hatten, als sie dort auf den Markt kamen. Als wir sie probierten, wurde uns schnell klar, warum diese Getränke so beliebt waren – sie sind leicht und erfrischend und enthalten weniger Alkohol und Kalorien als Bier. Während unseres Lebens in der Schweiz stellten wir fest, dass es eine klare Marktlücke gibt und eine grossartige Gelegenheit, eine neue Produktkategorie einzuführen, die auf den Schweizer Markt und den Geschmack der Schweizer:innen abgestimmt ist.

Ihr seid ein von Frauen geführtes Unternehmen in einer von Männern dominierten Arbeitswelt. Welche Herausforderungen habt ihr als Gründerinnen auf eurem beruflichen Weg erlebt?

Katy: Als Neulinge in der Getränkebranche standen wir vor der gewaltigen Aufgabe, alles von Grund auf aufzubauen – unsere Lieferkette, Geschäftskontakte und Vertriebskanäle. Wir haben bei Null angefangen. Es war nicht einfach, diesen komplexen Prozess zu meistern und dabei die Qualität und Vision unseres Produkts sicherzustellen. Und von Anfang an war klar, dass wir als Frauen in der Schweizer Getränkeindustrie in der Minderheit sind. Zudem starteten wir mitten in der COVID-Pandemie, was ganz neue Herausforderungen mit sich brachte – von Unterbrechungen in der Lieferkette bis hin zu veränderten Konsumgewohnheiten. Es war ein intensiver Test für unsere Widerstands- und Anpassungsfähigkeit, aber diese Herausforderungen haben uns geformt. Sie haben uns die Stärke und das Wissen gegeben, die wir in jeden Schritt unserer Reise einbringen.

Die drei Frauen haben sich in Zürich über Freunde kennengelernt und dann festgestellt, dass sich ihre Wege schon früher in den USA gekreuzt hatten. Norell und Katy lebten zur gleichen Zeit in New York und Jen und Katy sind beide in Wisonsin aufgewachsen und lebten danach in Chicago. 
Foto beigestellt
Die drei Frauen haben sich in Zürich über Freunde kennengelernt und dann festgestellt, dass sich ihre Wege schon früher in den USA gekreuzt hatten. Norell und Katy lebten zur gleichen Zeit in New York und Jen und Katy sind beide in Wisonsin aufgewachsen und lebten danach in Chicago. 

Gibt es Dinge, die ihr bewusst anders gestaltet als es in vielen männergeführten Unternehmen üblich ist?

Jen: Als weibliche Führungskräfte setzen wir uns dafür ein, eine Marke aufzubauen, die wirklich inklusiv und einladend für alle ist – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Für uns bedeutet das, Inklusivität und Diversität zu fördern. Das wiederum hilft uns, Innovation auf vielfältige Weise oranzutreiben, auch über die Produkteigenschaften hinaus, zum Beispiel durch einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit und Wohlbefinden durch bewussten Konsum. Als Gründerinnen im Ausland wissen wir, wie wichtig es ist, ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Daher legen wir grossen Wert darauf, mit den Verbraucher:innen auf einer tieferen Ebene in Kontakt zu treten. Wir betonen das Engagement für die Gemeinschaft und ermutigen Menschen, bei einem Getränk zusammenzukommen und authentische Verbindungen zu knüpfen.

Ihr habt preisgekrönte Hard Seltzer und Eistees entwickelt, die die Trinkgewohnheiten in der Schweiz verändern sollen. Wie genau soll das funktionieren?

Norell: In unserem schnelllebigen Leben möchten wir den Verbraucher:innen ein hochwertiges, handwerklich gefertigtes und reines Trinkerlebnis bieten. Unsere Seltzer bestehen aus nur drei Zutaten, und unser Hard Tea wird frisch aufgebrüht. In einer von Bequemlichkeit geprägten Welt ist es wichtig, gesündere Alternativen anzubieten, ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Die Verbraucher:innen möchten Getränke in Barqualität und unsere Ready-to-Drink-Getränke bieten genau das – tragbare, hochwertige GEtränke, die in der Schweiz hergestellt werden.

Durch das Crowdfunding mit Omnium möchtet ihr eure Community stärken. Wie macht ihr das?

Katy: Von Beginn an haben wir daran gearbeitet, eine engagierte Gemeinschaft aufzubauen und zu stärken, bestehend aus Content Creators, DJs, preisgekrönten Barkeeper:innen, Skater:innen, trendigen Restaurants, Nachtschwärmer:innen, Feinschmecker;innen und Gesundheitsinfluencer:innen. Durch diese Crowdinvesting-Kampagne freuen wir uns, diese Gemeinschaft weiter auszubauen, indem wir neue Markenbotschafter:innen mit Beteiligung in die Sundays-Familie aufnehmen, um das Bewusstsein zu steigern und die Marke in der Schweiz und darüber hinaus zu fördern.

Welche Rolle spielt diese Gemeinschaft für euch? Wie schafft ihr es, sie weiterhin einzubinden?

Jen: Unsere Community spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft von Sundays. Wir hoffen, ein lebendiges Netzwerk aufzubauen, die als Markenbotschafter:innen mit Beteiligung nicht nur Verbraucher:innen, sondern aktive Teilnehmende an unserer Reise sind. Sie werden an Aktionärsversammlungen teilnehmen und befugt sein, wichtige Entscheidungen zu beeinflussen, wodurch ein Gefühl von Eigentum und Investition in unsere Marke gefördert wird. Wir werden offene Kommunikation durch regelmässige Updates, Feedback-Sitzungen und interaktive Veranstaltungen priorisieren, bei denen alle Mitbesitzer:innen Ideen und Erfahrungen austauschen können.

Plant ihr Erweiterungn im Sortiment oder spannende Kollaborationen?

Norell: Wir planen, unser RTD-Portfolio im alkoholischen Bereich zu erweitern und gleichzeitig alkoholfreie Getränke zu erforschen, um die starke Markenbekanntheit von Sundays auf dem Markt auszubauen und verschiedene Kundensegmente anzusprechen. Darüber hinaus freuen wir uns über unsere neue Kollaborationsreihe, die mit Strange Tree beginnt, einem in Lausanne ansässigen Kollektiv, das für die Organisation unvergesslicher Events an einzigartigen Orten in der Schweiz bekannt ist. Wir haben diese Partnerschaft mit der Lancierung eines aufregenden Hard Seltzer Geschmacksremixes in limitierte Auflage gestartet: Himbeere-Limette-Minze. Weitere solche spannende Kooperationen sind in Planung.

Welche Ratschläge würdet ihr anderen Frauen geben, die ihr eigenes Unternehmen gründen möchten?

Katy: Eines unserer wertvollsten Werkzeuge, die wir haben, ist die Fähigkeit zuzuhören. Die Interaktion mit Partnern und Verbraucher:innen liefert uns wertvolle Einblicke, die nicht nur unsere Produktstrategie informieren, sondern uns auch helfen, bedeutungsvolle und nachhaltige Beziehungen aufzubauen. Ich ermutige Unternehmerinnen, aktiv nach Feedback zu suchen und offen für Ideen zu sein. Dies fördert nicht nur die Zusammenarbeit, sondern auch das Knüpfen von Kontakten, die wiederum helfen, ein unterstützendes Netzwerk aufzubauen, das auf dem weiteren Weg von entscheidender Bedeutung sein wird. Erfolg hängt nicht immer nur von den Zahlen ab; es geht auch um die Beziehungen, die ihr auf eurem Weg pflegt.

Danke für das Gespräch, Norell, Katy und Jen. 


NICHTS MEHR VERPASSEN!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.

Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
Mehr zum Thema
1 / 12