»Einmal alles« war das Motto bei der Planung der Gastronomie des neuen Hotels »Mandarin Oriental Vienna«. Weil das denkmalgeschützte Ex-Handelsgericht einen ganzen Straßenblock umspannt, galt es, den großzügigen Lichthof zu nützen. Eine Glaskuppel umrahmt nun den gesamten kulinarischen Bereich des Hauses. In den Randzonen liegen die Bar und das Fine-Dining-Restaurant »Le Sept«. Und mittig das Ganztages-Lokal »Atelier 7« mit dem Untertitel »Brasserie«, zugleich auch noch Café und Frühstückszone. Küchenchef für alles ist der Kärntner Thomas Seifried – seine elf Jahre Seafood-Erfahrung von den Cayman Islands bringt er unübersehbar hier ein. So steht mit Coq au Vin und dem luxuriös gepreisten Steak Frites »Oscar« mit Königskrabbe (75 Euro) auch Fleischliches auf der Karte. Meeresgetier – mit Süßwasserfischen hat Seifried nichts am Hut – dominiert das Angebot. Schon im »Le Sept« nebenan sticht ein grandioses Hamachi-Gericht hervor. Hier kombiniert Seifried das feine Tier »crudo« mit Trauben, Iberico-Chips und einer reduzierten Version der spanischen Mandelsuppe Ajo Blanco. Exzellent. Dann eher Brasserie-Style: Oktopus-Terrine mit knackigen grünen Bohnen und Sauce Basquaise, einer kräftigen Tomaten-Pimiento-Zwiebel-Knoblauchsauce. Gibt’s in Österreich ebenso nirgendwo sonst wie die überraschend gelungene Spielart eines Cordon bleu mit Heilbutt, Beinschinken und Gruyère. Wer Seezunge liebt, kommt um die – hier von der Küche ausgelöste – klassische »Grenobloise« mit Kapern, Petersil und Zitronenemulsion nicht herum. Das gut aufgestellte Service wurlt nur so herum. Jetzt muss noch gelingen, was in Wien als schwierig gilt – das hiesige Publikum hereinzulocken.