Der Experte der BWA Akademie appelliert an Unternehmen: Viel zu oft liegen ungenutzte Potentiale brach.
© BWA
Förderung und Weiterbildung als unverzichtbare Erfolgsfaktoren
Harald Müller, Geschäftsführer der renommierten Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA), unterstreicht die Wichtigkeit der systematischen Förderung und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter:innen. Diese seien unverzichtbare Faktoren für eine gesteigerte Produktivität in Unternehmen.
von Alexandra Gorsche
05. September 2023
In einer Zeit, in der der Fachkräftemangel spürbar ist, richtet die Wirtschaft oft den Fokus auf die Suche nach externen Arbeitskräften. Doch Harald Müller weist darauf hin, dass die Lösung näherliegt als gedacht: »Viele Unternehmen kennen die Potenziale ihrer Belegschaft kaum und können sie deshalb auch nicht für sich nutzen«, so Müller. Dieser Umstand führe zu einem substanziellen Verlust an Produktivität. Als Beweis führt er eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) an, der zufolge gezielte Weiterbildungsmaßnahmen dazu beitragen könnten, dass rund sechs Millionen Beschäftigte in Deutschland höher qualifizierte Positionen einnehmen und somit den Fachkräftemangel mindern könnten.
Blick in die eigenen Reihen
Müller empfiehlt den Unternehmen, den Blick nach innen zu richten und die in ihren eigenen Reihen vorhandenen Talente zu entdecken und zu fördern. Dies sei weitaus nachhaltiger und könne zur Lösung des Fachkräftemangels beitragen. Doch die Realität zeige ein anderes Bild, so die Erfahrungen der Bonner Wirtschafts-Akademie. Anstelle von traditionellen Personalchefs seien immer häufiger »HR Business Partner« anzutreffen. Diese, so Müller, würden meistens die Rolle von Personalreferent:innen übernehmen. Ein Hauptproblem bestehe darin, dass ein einziger HR Business Partner für eine hohe Anzahl von Angestellten verantwortlich sei, was es unmöglich mache, den Überblick über die individuellen Stärken der Mitarbeiter:innen zu behalten.
Kontinuierliche Weiterbildung
Müller plädiert dafür, die Personalabteilungen angemessen zu dimensionieren, um diese Herausforderungen effektiv anzugehen. Die kontinuierliche Weiterbildung der Belegschaft sei in einer sich wandelnden Arbeitswelt von entscheidender Bedeutung, betont er. Die Investition in Bildungsinfrastrukturen, die Schaffung von Anreizen für lebenslanges Lernen und die Förderung flexibler Arbeitsmodelle seien essentiell, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und die Produktivität zu steigern.
Die Gefahr, Fachkräfte ungezielt in Führungspositionen zu befördern, sieht Müller kritisch. Die Fähigkeiten, die eine gute Fachkraft auszeichnen, seien nicht zwangsläufig identisch mit den Qualitäten einer effektiven Führungskraft. Daher plädiert er dafür, angehenden Führungskräften gezielte Schulungen anzubieten, um den Übergang in die Leitungsrolle zu erleichtern.
Die positive Verbindung von Investitionen in Bildung und gesteigerter Produktivität verdeutlicht Müller anhand einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Studie zeigt, dass bereits eine Erhöhung der Bildungsausgaben um ein Prozent zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf um 0,3 Prozent führt. Unternehmensintern aufgebaute Bildungsstrukturen könnten diesen Effekt sogar noch deutlich verstärken.
Über die Bonner Wirtschafts-Akademie
Die Bonner Wirtschafts-Akademie, unter der langjährigen Geschäftsführung von Harald Müller und Astrid Orthmann, hat sich seit über 25 Jahren als Experte in den Bereichen Personalentwicklung, Outplacement, Personalberatung und Training etabliert. Die Akademie versteht sich als verlässlicher Vermittler zwischen Arbeitgeber:innen und Gewerkschaften zum Vorteil der Arbeitnehmer:innen. Zahlreiche Erfolgsgeschichten von Arbeitnehmer:innen, die durch die Unterstützung der BWA Akademie neue berufliche Perspektiven gefunden haben, bezeugen ihre Wirksamkeit. Das Spektrum reicht von der Begleitung von Change Management-Prozessen über Coaching von Führungskräften bis zur Förderung von Unternehmensgründungen.
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