Bachls Restaurant der Woche: »Bouvier«
Im schicken neuen Hotel »The Hoxton« sperrte ein französisches Bistro mit New Yorker Konzept auf.
Zum neuen »The Hoxton« ist zu sagen: 2006 trat im Londoner Viertel Shoreditch ein Hotel mit der Idee an, schicke und leistbare Zimmer mit entspannter Gastronomie zu kombinieren. Das nunmehr 16. Haus sperrte eben in Wien auf, das Gewerbehaus von 1954 wurde überaus stimmig adaptiert. Zur Gastronomie gab’s wortreiche Vorinformation: »Paris meets New York in Wien«, »Zusammenarbeit mit dem berühmten ›Restaurant Wildair‹« usw. »Für das Menü zeichnen Jeremiah Stone und Fabián von Hauske Valtierra.« In der Tat waren und sind die beiden in allerlei hochdekorierte Gastro-Projekte in Paris und den USA involviert. »Die strahlenden Vertreter der New-York-Cuisine stehen dem Team von ›Bouvier‹ zur Seite, um das von ihnen entwickelte Konzept in Bestform an den Start zu bringen.«
So zu lesen gewesen. Und das Resultat? Eher bescheiden. »Panisse frites« – Kichererbsen-Pommes – mit Za’atar und Schnittlauch-Aioli sind eine lustige Unterlage zum guten »Hoxton Lager«. Der eh nette cremige Räucherfischsalat aus Aal und Forelle ist mit 20 Euro für den Inhalt einer kleinen Sardinendose plus Brioche sehr auffällig gepreist. Wer schon mal die Vielfalt von »Pâté en croûte« in den Hallen von Lyon kennenlernen durfte, mag über die eher an eine Sulz im Teigmantel gemahnende Spielart staunen. Erfreulich: »Lauch Vinaigrette«, ein knackiges Ensemble mit Artischocke, Schalotte und Croûtons. Seltsam einfallslos die Hauptspeisen. Zwei Cuts vom Rind mit grüner Pfeffersauce und Fritten, ein Burger, Fisch mit Sauce und – die wirklich kross gebratene Käsekrainer mit Senf, Kren und Brot. Ein paar ordentliche Weine gibt’s auch. Und wie nennt das alles der Pressetext? »Americano-Savoir-vivre«.
Nichts mehr verpassen!
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.