»Mix & Match« heißt das System: Bachls Kritik der »Veranda Brasserie und Bar«
Viel Champagner und Essen nach Baukastensystem im Wiener Boutiquehotel »Sans Souci«.
Das ist einer jener kultivierten Orte, die dem Wiener Publikum weitgehend versagt bleiben. Die Ursache – jenes lokale Phänomen, das man mit »Hotelschwellenangst« wohl am treffendsten beschreibt. Somit speisen jene, die das psychologische Phänomen überwinden können, in diesem überaus eleganten Restaurant des Boutique-Hotels »Sans Souci« unter fremdländischen Gästen, die das durchaus originelle Konzept sichtlich goutieren.
Abgesehen von ein paar Vorspeisen – sehr gut das Roastbeef auf Räucherwelscreme mit Erdäpfel-Pavé und Kapern – , muss der Gast hier quasi basteln: »Mix & Match« heißt das System, links finden sich Hauptgerichte, rechts – teils sehr hochpreisige – Beilagen (Erdäpfel-Nussbutterpüree zu 11 Euro) oder pflanzenorientierte Kleingerichte wie die gelungene Zucchini-Erdäpfel-Parmigiana in Paprikasauce mit Pecorino und gepufftem Wildreis. Exzellent: Heidelbeerdatschi mit Sauerrahmeis. Im Zentrum des Lokals: die Bar des Hotels, wo man auch ohne Essen dem zusprechen kann, was Hotels sonst kaum bieten – 115 (!) Positionen Champagner, von der Hausmarke Laurent Perrier über kleinere Häuser und Winzersprudel bis zu Krug »Clos du Mesnil« findet hier jeder etwas. Dazu ein exzellenter Service. Kein triftiger Grund also, die Schwelle nicht zu überschreiten.
1070 Wien
Österreich