Von Karaoke zu Kulinarik: Bachls Kritik des »Marktsalon«
Der »Marktsalon« in Neulengbach ist ein Ableger des »Markthof« der Familie Edhofer.
Erst hieß die Adresse »GuggiS«, dann »Arioso«, dann »Sidonia«. Es gab »2000er Partys«, Karaoke und »Oldies but Goldies«-Abende. Essen war nicht so im Fokus. Das hat sich nun gründlich geändert. Der renommierte Landgasthof »Markthof« in Siegersdorf leistet sich eine niedrigschwellige Filiale in Neulengbach. Einen Designpreis wird der »Marktsalon« eher nicht bekommen, dafür hat die Kleinstadt nun eine ernsthafte Adresse für gutes Essen und ebensolches Trinken. Monika und David Orsag führen den Laden. Fabian Schasching, einer der zwei Küchenchefs des »Markthofs«, schaut regelmäßig nach dem Rechten. Und das Angebot scheint preislich und geschmacklich genau zu passen. Die Bude ist voll. Die Karte ist klein, viele Produkte stammen von der Landwirtschaft der »Markthof«-Familie Edhofer und deren Stammlieferanten.
Unter den Antipasti der Höhepunkt: Hühnerleberpaté. Der grandiose Ziegenkäse stammt von der Familie Szabo aus Hasendorf, geflämmt und karamellisiert auf roter Rübe mit Petersilienmarinade und Haselnüssen. Das klassische und aufregend gute Carpaccio vom Angusrind kommt mit zum Glück nur dezentem Trüffeldressing und Parmesan. Während drüben im »Markthof« das Rehfilet am Teller landet, gibt’s hier herrlich mürbes Rehragout mit Süßkartoffelpüree, Rotkraut und Brokkoli. Und die Krustentier-Tagliatelle mit Einserware-Garnelen, Cherrytomaten und dichter Hummersauce sollte man nicht auslassen. Fast vergessen, hier zu haben: Crêpe Suzette. Samstag ist Schnitzeltag. Die kleine Weinauswahl ist überwiegend im Einstiegssegment angesiedelt, kleinere Granaten sind auch dabei. Und: Alkotests finden sich im WC, der Bahnhof ist in Gehweite.