«Brasserie du Grand Chêne»: Chasselas-Paradies in Lausanne
Die legendäre «Brasserie du Grand Chêne» im Traditionshotel «Lausanne Palace» lanciert ein schweizweit einzigartiges Projekt. Ab 1. Oktober gibt es dort jeden Tag 30 verschiedene Chasselas im Offenausschank zu bestellen – aus fast allen Schweizer Weinregionen.
Die «Brasserie du Grand Chêne» ist eine Lausanner Institution. Hier trifft man sich an 7 Tagen der Woche mittags und abends, um klassische Küche und Service im eleganten Ambiente zu geniessen. Auf der Karte stehen Köstlichkeiten wie Cordon bleu, Zürcher Geschnetzeltes, Bouillabaisse sowie saisonale Spezialitäten wie Wild und Meeresfrüchte. Auch die Weinkarte zieht Önophile von nah und fern an, unter anderem, weil bei der Auswahl ein Augenmerk auf ausgesuchte Schweizer Tropfen gelegt wird. Dies dürfte sich nun weiter verstärken, denn die «Brasserie du Grand Chêne» hat gerade ein besonders ehrgeiziges Projekt lanciert: Ab 1. Oktober gibt es hier täglich 30 verschiedene Chasselas glasweise zu bestellen.
Chasselas im Glas
Die Auswahl wurde von Pierre-Marie Faure zusammengestellt, Chef-Sommelier der Groupe Sandoz Foundation Hotels, zu der neben dem «Lausanne Palace» weitere Institutionen wie das «Château d’Ouchy», das «Beau-Rivage Palace» und das «Hôtel Angleterre» in Lausanne sowie das «Hôtel Palafitte» in Neuchâtel gehören.
Die Chasselas-Weine stammen nicht nur von den legendären Terroirs Lavaux und La Côte in der Nähe von Lausanne, sondern aus allen Regionen des Landes, in denen die Traube gedeiht. So gibt es auch Tropfen aus dem Wallis, wo Produzenten wie Marie-Thérèse Chappaz und Domaine de Beudon hervorragende Weine aus der Schweizer Traubensorte keltern, die hier Fendant heisst. Oder aus dem Drei-Seen-Land, vertreten durch Kellereien wie die Maison Carrée, Cru de L’Hôpital oder Anne-Claire Schott. Aber auch das Baselland ist mit Jauslin repräsentiert, genauso wie die nahe gelegene französische Region Savoyen, wo der einzige nicht–Schweizer Chasselas auf der Karte herkommt. Die Auswahl der Produzenten deckt ebenfalls ein grosses Spektrum ab, von Naturwinzerinnen über prestigeträchtige Namen bis zu grossen Kooperativen.
Jahrgangstiefe
Faure sorgte bei der Zusammenstellung der Karte aber nicht nur für regionale und stilistische Diversität, es gibt auch grosse Jahrgangstiefe. So findet man Chasselas der letzten Ernte 2024 genauso wie ein Wein aus dem Jahr 1985. Um an seltene, gereifte Flaschen wie diese zu kommen, klopfte der erfahrene Sommelier direkt bei den Produzenten an. Dabei war die Zusammenarbeit mit Swiss Wine von grosser Hilfe – die Organisation bot ihre Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts an. Da gereifte Weine in der Regel nur in sehr kleinen Mengen verfügbar sind, wird das Angebot regelmässig angepasst werden müssen. Das Schöne dabei: Man kann oft vorbeikommen und wird trotzdem immer etwas Neues finden.
Sortiert sind die Weine nicht etwa nach Region oder Jahrgang, sondern nach Geschmacks- und Aromenprofil. Die meisten jüngeren Tropfen findet man unter der Rubrik «Agrumes, vif, léger…» (Deutsch: Zitrusfrüchte, lebhaft, leicht…), wobei die gereiften Weine entweder als «Exotique, Miel, Champignon» (exotisch, Honig, Pilze) oder «Fruits Confits, Cire d’Abeille, sous-bois» (confierte Früchte, Bienenwachs, Unterholz) eingeordnet sind.
Wichtiges Kulturerbe
Das Ziel ist es, diese Schweizer Ur-Traubensorte ins Rampenlicht zu rücken und zu zeigen, wie vielseitig sie ist. Den Gästen wird so eine kleine Reise durch die nationale Weinwelt ermöglicht. Gleichzeitig setzt sich die «Brasserie du Grand Chêne» damit für die Erhaltung eines wichtigen kulturellen Erbes ein. Die Chasselas-Terrassen des Lavaux sind als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt, aber auch andernorts spielt der Weinbau eine grosse Rolle – das möchte der «Lausanne Palace» erhalten. Dass es nicht beim Chasselas bleiben soll, hat Pierre-Marie Faure bereits angekündigt. Weitere Projekte mit Schweizer Wein sind in verschiedenen Betrieben der Sandoz Foundation Hotels geplant. Man darf gespannt bleiben. In der Zwischenzeit lohnt sich der Besuch in der «Brasserie du Grand Chêne»!
1003 Lausanne
Schweiz