Countdown zur Wiesn 2024: Sicherheitsmaßnahmen und digitale Highlights
Vom 21. September bis 6. Oktober herrscht in München wieder der Ausnahmezustand. Trotz steigender Preise für Bier und Speisen zieht die Wiesn mit zahlreichen Attraktionen und spannenden Neuheiten dennoch verlässlich Millionen Besucher an. Ein Überblick.
In wenigen Tagen ist es wieder so weit und die Münchner Theresienwiese verwandelt sich in das größte Volksfest der Welt. Mit traditionellem »O'zapft is!«, Bierkrügen so groß wie kleine Eimer und einer Mischung aus Brauchtum und Moderne zieht das Oktoberfest verlässlich Millionen Besucher an. Doch während sich die Vorfreude auf den Anstich spürbar steigert, sind auch die Vorbereitungen strenger denn je: Von erhöhten Sicherheitsvorkehrungen über explodierende Preise bis hin zu neuen digitalen Erlebnissen – das Oktoberfest 2024 hat so einiges im Gepäck.
Sicherheit im Fokus
Nach den jüngsten terroristischen Anschlägen in Deutschland ist das Thema Sicherheit auf der Wiesn allgegenwärtig. Auch wenn es keine konkreten Gefährdungshinweise gibt, bleibt die Bedrohungslage abstrakt hoch, erklärt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Die Sicherheitsbehörden sind daher in erhöhter Alarmbereitschaft. Um die Gäste bestmöglich zu schützen, kommen unter anderem verschärfte Einlasskontrollen zum Einsatz. Ein Novum in diesem Jahr sind Hand-Metalldetektoren, die stichprobenartig genutzt werden. Betonbarrieren und eine erhöhte Polizeipräsenz sollen zudem mögliche Anschläge mit Fahrzeugen verhindern.
Kulinarische Höhenflüge – und Rekordpreise
Auch in diesem Jahr müssen Wiesn-Besucher tief in die Tasche greifen, wenn sie sich den klassischen Oktoberfest-Genüssen hingeben möchten. Besonders bei den Getränken und traditionellen Speisen sind die Preise erneut angestiegen. Die Preise für die Maß Bier schwanken je nach Festzelt zwischen 13,60 Euro und 15,30 Euro. Im Kufflers Weinzelt müssen Gäste für einen Liter Weißbier sogar stolze 17,80 Euro hinlegen – ein neuer Höchstwert auf der Wiesn. Doch nicht nur das Bier lässt die Geldbörse schrumpfen, auch alkoholfreie Getränke haben einen saftigen Preisanstieg erfahren. So kostet beispielsweise ein Liter Tafelwasser im Weinzelt satte 14 Euro, was vor allem Familien mit Kindern zu spüren bekommen dürften. Wer hier sparen möchte, kann auf dem Festgelände kostenloses Trinkwasser aus öffentlichen Brunnen zapfen.
Wer sich kulinarisch verwöhnen lassen möchte, muss auch bei den Speisen mit Rekordpreisen rechnen. Besonders teuer wird es im Paulaner-Festzelt: Ein halbes Hendl kostet dort dieses Jahr 23 Euro – und das ohne Beilagen. Wer es etwas exklusiver mag, kann eine halbe Ente mit Blaukraut und Kartoffelknödel für 39,80 Euro genießen. Der Schweinekrustenbraten schlägt mit 24,80 Euro zu Buche, während er im Paulaner Biergarten am Nockerberg außerhalb der Wiesn für vergleichsweise günstige 16,50 Euro angeboten wird. Vegane Alternativen wie Currywurst gibt es ab 18,80 Euro.
Das Bräurosl-Festzelt bietet neben der traditionellen Schweinshaxe für 23,60 Euro übrigens eine noch ausgefallenere Option an: Ein 1100 Gramm schweres Tomahawk-Steak, das für 169 Euro auf den Tisch kommt. Laut der Speisekarte soll es zwei bis vier Personen sättigen.
Tipps zum Sparen
Trotz der gestiegenen Preise gibt es Möglichkeiten, den Wiesn-Besuch etwas günstiger zu gestalten. Viele Zelte bieten spezielle Mittagsaktionen an. In der Münchner Stubn gibt es bis 17 Uhr ein besonderes Angebot: Zwei Maß Bier zum Preis von einer. Dienstags locken außerdem bis 19 Uhr Rabatte für Familien, wodurch vor allem Eltern mit Kindern etwas sparen können.
Fahrgeschäfte und Neuheiten
Neben den klassischen Attraktionen wie dem berühmten Toboggan und der Olympia-Looping-Achterbahn gibt es auch neue Fahrgeschäfte. So wird in diesem Jahr ein 12D-Kino eingeführt, das ein immersives Erlebnis verspricht. Auf der historischen Oidn Wiesn sorgt das neue Musikantenzelt »Boandlkramerei« nach jahrelangem Rechtsstreit für musikalische Unterhaltung.
Die legendäre Steilwand-Arena, in der Motorradfahrer in schwindelerregender Höhe im Kreis fahren, sorgt weiterhin für den ultimativen Adrenalinkick.
Nachhaltigkeit auf der Wiesn
Auch wenn das Oktoberfest kein Musterbeispiel für Energieeffizienz ist, setzen die Wirte zunehmend auf Nachhaltigkeit. Bis 2026 soll die Wiesn klimaneutral werden. Schon jetzt wird Ökostrom verwendet und das Spülwasser der Bierkrüge für die Toilettenspülung recycelt. Darüber hinaus gewinnen vegetarische und vegane Optionen an Beliebtheit, und es wird geprüft, wie Bio-Produkte in größerem Umfang in die Festzelte integriert werden können.
Hotelpreise und Übernachtungsboom
Für Kurzentschlossene wird es in München während des Oktoberfests eng. Die Hotelpreise sind in die Höhe geschnellt, besonders an den Freitagen, die dieses Jahr beliebter sind als die klassischen Samstage. Im Münchner Umland bieten sich jedoch günstigere Alternativen an, mit Übernachtungspreisen ab 60 Euro in Orten wie Dachau oder Erding.
Digitalisierung und virtuelles Oktoberfest
Wer das Oktoberfest lieber von zu Hause aus genießen möchte, kann dies nun auch virtuell tun. Das Virtual-Reality-Spiel »Oktoberfest – The Official Game« ermöglicht es, als Avatar über das Volksfest zu schlendern und typische Wiesn-Attraktionen zu erleben. Auch für Menschen mit Einschränkungen oder Ältere gibt es die Möglichkeit, virtuell dabei zu sein: Die Inklusionsinitiative vr4kids bietet einen barrierefreien Wiesn-Besuch mit Gebärdensprachbegleitung an.
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