Die Sieger der Ortsweine Trophy 2025
Dem deutschen Weinbau fehlt es nicht an Spitzenweinen. Doch neben den prestigereichen Lagenweinen sind auch die Ortsweine wahre Stars auf den Preislisten. Sie bilden den Einstieg in die begeisternde Welt des Terroirs – und erfreuen mit Typizität zu fairem Preis.
Schauen wir spaßeshalber einmal an die Côte d’Or: Dort hat die Klasse der Villages-Weine ihre Alltagstauglichkeit verloren. Ein Chablis Villages von Raveneau kostet 200 Euro, ein Puligny Villages von Leflaive um die 250 Euro, ein Gevrey Villages von Rousseau 400 Euro. Das hat natürlich sehr viel mit dem allgemeinen Anstieg der Burgunderpreise zu tun – aber ist ebenso Ausdruck der Tatsache, dass den Ortsweinen aus gutem Haus eine große Lagerfähigkeit und damit Wertstabilität zugetraut wird. Und auch, dass sie all das ins Glas bringen, wofür man diese Legenden schätzt.
Nicht anders ist es beim deutschen Wein. Die höchstbewerteten der genau 100 angestellten Ortsweine der diesjährigen Trophy stehen mit Noten bis zu 93+ Punkten in den Listen. Dies sind Kelterungen, die manchen Lagenwein in puncto Stilsicherheit und Komplexität hinter sich lassen.
Bei den Preisen herrschen hingegen noch keine burgundischen Verhältnisse. Ja, zugegeben: 20 oder 25 Euro sind auch schon viel Geld für ein vergängliches Gut. Und doch sind diese Weine ihren Preis wert: Theresa Breuers Rüdesheimer Ortsriesling etwa präsentiert die Würze und das raffinierte Spiel Rüdesheims in Höchstform. Will man den Wein in den nächsten drei, vier Jahren trinken, dann macht der Ortswein zudem sicher mehr Spaß als ein viel zu junger Berg Schlossberg.
Wer den Kalk der Südpfalz auf der Zunge spüren möchte, ist beim Schweigener Spätburgunder der Familie Jülg bestens bedient. Der Nonnenhorner Chardonnay von Jonas Kurek wiederum ist gerade als Speisenbegleiter noch vielseitiger als sein großer Bruder aus Einzellage.
Top 3 – Riesling
Top 3 – Weiße Burgundersorten
Ortswein
einstieg in die faszination »terroir«
Nach dem Vorbild Burgunds setzt sich in den letzten Jahren auch im deutschen Weinbau eine vierstufige Herkunftspyramide durch: An der Basis stehen »Gutsweine«, die aus verschiedenen Ortschaften kommen können, solange es sich um eigene Weinberge des Weinguts oder der Genossenschaft handelt. Eine Stufe darüber steht der »Ortswein« – ein Wein mit dem klaren Herkunftscharakter einer einzelnen Gemeinde. In Frankreich wäre das die Stufe »Villages«. Darüber stehen dann die Einzellagenweine in den beiden Güteklassen Erste und Große Lage.