Sagen Sie einmal, Gülsha Adilji: Was macht Zürich einzigartig?
Gülsha Adilji pendelt zwischen Berlin und Zürich – und beobachtet die Stadt mit scharfen Blick. Im Gespräch mit Falstaff spricht die Moderatorin, Podcasterin und Veganerin über fehlende Vielfalt in der Zürcher Gastroszene und Döner um vier Uhr morgens.
Falstaff: Frau Adilji, Sie pendeln seit ein paar Jahren zwischen Berlin und Zürich. Was vermissen Sie am meisten an Zürich, wenn Sie in Berlin sind?
Gülsha Adilji: Die Limmat, mein Fahrrad und meine Freunde.
Als jemand, die gesellschaftliche Themen gerne pointiert anspricht: Was sagt für Sie die Zürcher Gastroszene über den Zustand der Stadt aus – über Vielfalt, Zugang oder auch soziale Unterschiede?
Vielfalt gibt es auf der Speisekarte, aber nicht im Publikum und sicher nicht für Veganer:innen. Klar, man bekommt Pho, Bánh mì oder Sommerrollen, aber oft zu Preisen, bei denen man sich fragt, ob da der Flug nach Vietnam inklusive ist. Die Gastronomie in Zürich wird zur Bühne für Lifestyle, nicht für echten Austausch und sicher nicht für jedes Portemonnaie. Und das spiegelt halt auch die Stadt wider: progressiv auf dem Papier, elitär an der Tür.
Sie selbst leben vegan. Welche Restaurants sind Ihre Favoriten in der Stadt und welches ist Ihrer Ansicht nach völlig unterschätzt?
Für Brunch empfehle ich das Kafi «Zum Guten Glück», für Fine Dining das «Kle» und wenn es mal eine nach Hause gelieferte Pizza sein soll «Con Gusto». Den absolut besten veganen Döner würde ich den Falstaff-Leser:innen gerne auch noch ans Herz legen. Den gibt es an der Langstrasse im «Anytime». Und zwar dann, wenn man einen Döner am dringendsten benötigt: um vier Uhr morgens.
Mit dem Podcast Zivadiliring treten Sie im Oktober dieses Jahres im Hallenstadion auf. Was steht auf Ihrem Stagerider?
Vegane Snacks, zwei Flaschen Prosecco und ein Poster von Alexandria Ocasio-Cortez an der Wand.
Vielen Dank für das Gespräch, Gülsha Adilji.