Bachls Restaurant der Woche: »Lukas Izakaya«
Gäste erwartet in dem Restaurant exzellente Japan-Küche in exzentrischem Interieur.
Manche nennen ihre Lokale »Platzhirsch«. Derlei hat Lukas Kienbauer nicht nötig – er ist der Platzhirsch von Schärding. In einer Stadt mit 5414 Einwohnern drei hochwertige Restaurants zu betreiben, ist ein solitäres Geschäftsmodell. Flaggschiff ist sein 2016 eröffnetes »Lukas Restaurant«. Hundert Meter weiter wird im »Lukas Steak« gegrillt. Bei Nummer drei »Lukas Izakaya« hieß es 2023, es diene nur mehr als Event-Location. Eine Fehleinschätzung. Denn die Nachfrage nach japanisch inspirierter Kost hatte Kienbauer im Zuge der gastronomischen Wiedererweckung nach der Corona-Ära unterschätzt. Nun hat das Lokal wieder fix mittwochs und donnerstags offen.
Die Linie: eine Mischung aus streng klassisch gehaltenen Nigiri-Sushis und Soulfood der japanischen Izakaya- vulgo Kneipen-Tradition. Zum Start empfiehlt sich »Zaru Soba«, kalte Buchweizennudeln mit Tsuyu-Sauce (aus Mirin, Sake, Dashi und Sojasauce), Nori und Junglauch. Dazu frischer echter Wasabi statt der üblichen giftgrünen Kunstpaste. Zur japanischen Spaßküche zählt »Okonomiyaki«, ein Teiggebilde irgendwo zwischen Pizza und Palatschinke mit großem Rezepturspielraum für den Koch, heißt es doch übersetzt »gegrillt nach Belieben«. Kienbauers Team mixt in den Teig viel Weißkraut und rote Wildfanggarnelen, dazu BBQ-Sauce und Bonitoflocken drauf – man darf »yummy« zu sowas sagen. Den außergewöhnlich guten Fisch für Sushi und Co. bezieht der Chef beim Würzburger Händler »Kochstoff«, wo sich auch Größen wie Amador, Christian Bau oder Tohru Nakamura versorgen. Wer fragt, bekommt auch hier Zugriff auf das tolle Weinangebot vom Hauptrestaurant nebenan. Japanische Adressen dieser Spielklasse kann man in Österreich an einer Hand abzählen.
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