Bachls Restaurant der Woche: »Nikkai«
In der Wiener Börse, in der Wiener Innenstadt sperrte ein außergewöhnlich gestyltes Asia-Restaurant auf.
»Nikkei« steht gemeinhin für japanische Küche mit lateinamerikanischem Einschlag. Andererseits kennen Börsianer den Leitindex Nikkei 225. Weil Ersteres einen hier nicht praktizierten Kochstil definiert, aber ein Konnex zum Börsen-Gebäude gefragt war, wählte Wirtin Elisabeth »Sissi« Wu »Nikkai«. Was Google wiederum sofort zum erstgenannten Wort korrigiert. Egal.
Die Patronne kennt man von ihren kleineren Lokalen »IKO« und »Little Koya«. Hier sperrte sie einen luftigen großformatigen Panasiaten auf mit großen güldenen Leuchtblättern als Blickfang. Auf der Karte findet sich von Startern bis zu Grilladen ein Mix, der in dieser weniger belebten Zone des Rings ein breites Publikum ansprechen soll. Was augenscheinlich klappt, die Bude ist rappelvoll. Wer asiatische Aromatik mit Frische und Leichtigkeit präferiert, halte sich an die Abteilung »Let’s start here«.
»Nasu Dengaku« sind geschmorte Melanzani auf Sobanudeln mit Sesam und Thaibasilikum. Sehr gut, ebenso wie Rindercarpaccio, das Fleisch findet man unter den großen Scheiben von Rot-Herz-Daikon, dazu Shimeji Pilze und Yuzu-Marinade. Die frittierte »Crispy & Crunchy Roll« mit Lachs, Kanpyo-Kürbis und Gurke sollte man nur bei ausgeprägtem Appetit ordern, es kommt ein Riesending, das im Kern zur Trockenheit tendiert.
Sehr auf Sättigung sind auch die Hauptgänge programmiert. Saftige Shortribs kommen auf einem gewaltigen Meer aus Safran-Risotto. Überraschungen hält die Weinkarte bereit, 19 Positionen im Offenausschank, acht Champagner, allerlei aus der Rhone, große Gewächse von der Nahe. Cocktails und Frühstück gibt’s auch noch. Hier kann sich jeder als »Börsianer« auf Zeit fühlen.
1010 Wien
Österreich