Bachls Restaurant der Woche: »Plachuttas Neuer Markt«
Schneller Genuss am Neuen Markt in gewohnter »Plachutta«-Marken-Qualität.
Bugatti peilt an, mit einem Straßenauto die 500 km/h zu knacken. Elon Musk will Menschen in 54 Minuten von New York nach London bringen. Der Plachutta-Clan hat es dagegen schon geschafft, das mit Abstand schnellste bürgerliche Restaurant aufzusperren. Rasanter wird nirgendwo eingedeckt oder nach Wünschen gefragt. Am Nebentisch sind italienische Touristen begeistert, in exakt 25 Minuten gespeist zu haben – und schon ist der Tisch wieder belegt. Optisch ist das 70-Plätze-Lokal eine Kreuzung aus Nobelbeisl und Bistro. Und weil hier niemand lange verweilt, kann man von einer höheren dreistelligen Gästezahl pro Tag ausgehen. Die Idee: ein »Best of Plachutta«, inklusive mediterraner Leihgaben vom »Mario« in Wien Hietzing.
Etwa Thunfisch-Tatar auf Avocado-Sockel oder Dorade auf Tomatenrisotto mit Salzzitrone. Mit solchen Bestellungen ist man die Ausnahme, rundum dominieren Austriaka wie marinierter Tafelspitz mit Kernölmarinade, Käferbohnen und Eierwürfeln, das erwartungsgemäß tadellose Schnitzel. Oder eine Kompakt-Version aus der Rindfleischküche, ein Wiener Suppentopf mit mundgerecht gewürfeltem Tafelspitz und Tafelstück inklusive Markscheibe und Brot, Saucen und Spinat. Wer diesen im Kupfertiegel ordert, muss mit dem Platz auf den minimal bemessenen Bistro-Tischen haushalten. Witzig: Panna Cotta mit geflämmtem Schaumgupferl und Waldbeeren. Und wie schmeckt das alles? Einfach gut, wie immer ist alles tausend- oder eher zehntausendfach erprobt. Wer Wein zum Essen bevorzugt, muss hier nicht viel herumblättern. Bei knappen 17 Positionen ist man schnell durch. Ein anständiger Champagner kostet 12,50 Euro pro Glas. Offenbar wieder mal alles richtig gemacht.
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