Alpenzander und Aprikosen
Das neue Menü der Neo-Brasserie ist kurz und kurzweilig: Die Thymian-Pizokel loben wir in den höchsten Tönen. Die süsse Zwiebelsuppe ebenso, diese wird einem mit Parmesan getoppten, luftigen Brioche serviert. Beim Hauptgang beweist die noch einköpfige Küchenbrigade, wie sie regionale Küche versteht: als Alpenzander mit eingelegten Spargeln und geschmorte Endivie an einer Verjus-Kräuter-Vinaigrette. Oder als als gebratener Bimi – eine Kreuzung zwischen Brokkoli und dem chinesischen Kai-lan – mit Senfsamen im feinen Gemüsesud. Und schliesslich ein Topinambur-Schnitzel mit einer asiatischer Velouté aus Zitronengras und Limette, Rhabarber und Saisonkräuter.
Im Lokal läuft bewusst Musik, es wird viel gelacht und anständig getrunken. Auf der Homepage steht die Floskel, das Zähringer sei ein Ort zum Ankommen. Tatsächlich ist es das: Wir sitzen länger als gedacht und haben am Schluss ordentlich bestellt. Nur beim Dessert halten wir uns zurück, das sparen wir fürs nächste Mal auf. Der Küchenchef Yann Dellsperger lässt es sich nicht nehmen und schickt uns zum Kaffee (in Bern eine Abwechslung: Moka Efti) ein feines Truffe mit Aprikose. Locker und leicht bis zum Schluss.
Zähringer, Badgasse 1, 3011 Bern. So + Mo Ruhetage