Von Neapel bis New York: Diese Pizza-Arten sollten Sie kennen
Pizza ist nicht gleich Pizza. Von der luftigen neapolitanischen Pizza über den römischen Klassiker bis hin zur dicken US-Variante: Die Teigspezialität präsentiert sich in zahlreichen Stilrichtungen. Ein Überblick.
Kaum ein Gericht ist weltweit so beliebt und vielseitig wie Pizza. In Italien einst als einfache Mahlzeit für die Arbeiterklasse entstanden, ist sie heute ein kulinarischer Allrounder mit zahlreichen regionalen Interpretationen. Doch was genau unterscheidet eine neapolitanische Pizza von einer New York Style oder einer Pizza Romana?
Neapolitanische Pizza: das UNESCO-Weltkulturerbe
Die neapolitanische Pizza gilt als Urform der modernen Pizza. Sie wird traditionell bei extrem hoher Hitze im Holzofen gebacken, wodurch ein weicher, luftiger Rand entsteht – der sogenannte »cornicione«. Der Boden bleibt dabei dünn und leicht weich. Die Zutaten sind simpel, aber hochwertig: San-Marzano-Tomaten, Fior di Latte oder Büffelmozzarella zählen zu den Standards. Innerhalb von nur 60 bis 90 Sekunden gart die Pizza bei bis zu 500 Grad Celsius – eine kurze Backzeit, die jedoch für besonders intensiven Geschmack sorgt.
Pizza Romana: knusprig und klassisch
Im Vergleich zur neapolitanischen Variante ist die Pizza Romana deutlich flacher und krosser. Der Teig wird dünn ausgerollt und bei niedrigerer Temperatur etwas länger gebacken, wodurch eine besonders knusprige Textur entsteht. Zu den beliebten Belägen zählen etwa Prosciutto e Funghi oder Quattro Stagioni. Ebenso typisch für Rom ist die »Pizza al taglio«, eine rechteckige Variante, die in Stücke geschnitten und häufig auf die Hand serviert wird. Diese Form bietet viel Raum für kreative Beläge und ist aus der römischen Streetfood-Kultur nicht wegzudenken.
Pizza alla pala: luftig und modern
Auch die sogenannte »Pizza alla pala« stammt ursprünglich aus Rom. Sie wird auf einem langen Holzbrett, der »pala«, in den Ofen geschoben und oft in länglicher Form gebacken. Der besonders feuchte Teig reift lange, was ihm eine lockere, luftige Struktur verleiht. Häufig wird diese Pizza in Stücken serviert und eignet sich hervorragend zum Teilen. Beliebte Toppings sind beispielsweise geröstete Artischocken, Burrata oder Trüffelcreme. Gerade in modernen Bäckereien und urbanen Lokalen erfreut sich dieser Stil großer Beliebtheit.
New York Style Pizza: fettig und faltbar
In den USA hat sich ein ganz eigener Pizzastil entwickelt, allen voran die berühmte New York Style Pizza. Sie ist deutlich größer als das italienische Original, erreicht oft bis zu 45 Zentimeter Durchmesser und wird in großen, dreieckigen Stücken verkauft. Obwohl der Boden relativ dünn ist, bleibt er fest genug, um zusammengefaltet gegessen zu werden – eine praktische Lösung für den Verzehr unterwegs. Der Teig enthält mehr Fett, meist durch Öl, und wird in Gasöfen gebacken. Klassische Beläge wie Tomatensauce, amerikanischer Mozzarella, Salami (in den USA »Pepperoni« genannt), Pilze oder Paprika gehören zum Standardrepertoire.
Chicago Deep Dish: Pizza in Auflaufform
Einen Stilbruch gegenüber den bisherigen Varianten stellt die Deep Dish Pizza aus Chicago dar. Sie wird in einer tiefen, geölten Form gebacken und ähnelt mehr einem herzhaften Auflauf als einer traditionellen Pizza. Der Boden ist dick und buttrig, die Ränder werden hochgezogen. Die Beläge werden in Schichten aufgebaut: Zuerst kommt der Käse, dann folgen Wurst oder Gemüse, und obenauf eine reichhaltige Tomatensauce. Das Ergebnis ist besonders sättigend und spaltet die Gemüter, entweder man liebt sie oder nicht.
Pizza ist nicht Pizza
Ob hauchdünn und knusprig, dick geschichtet oder kreativ belegt: Pizza ist ein globales Phänomen, das sich ständig neu erfindet. Jede Variante gibt Einblicke in die Esskultur ihrer Region. Wer Pizza liebt, sollte neugierig bleiben und sich von Neapel bis nach New York durch die Vielfalt kosten.