Bachls Restaurant der Woche: »Forthuber im Bräu«
Noch bis Ende 2024 ist das Lokal die Wirkungsstätte von Christoph Forthuber. Dann wird umgezogen.
Christoph Forthuber weiß genau, was er tut, tritt zielstrebig auf und kocht stilsicher. Gelernt hat er das vor allem beim Schweizer Dreisterner Andreas Caminada. 2018 war hier vom Start des »Restaurants Forthuber« zu lesen. Der junge Oberösterreicher kam nach Wanderjahren zurück, um in einer Kleingemeinde ein Lokal in einem prächtigen Braugebäude in ein richtig gutes Restaurant zu verwandeln. Seit Forthuber verdient in den elitären Kochverein »Jeunes Restaurateurs« aufgenommen wurde, läuft es noch besser. Immer gibt’s »Fixstarter« von der tollen Wirtshauskarte. Abends sei das Menü dringend angeraten – mit viel Drumherum für extrem freundliche 106 Euro.
Kurzfassung: Wildfangzander vom Wallersee in Aschecreme roh mariniert, Radieschenöl, Kefir, Giersch und Erbse – grandioser Fisch in dezent stimmigem Arrangement. Dann mit voller Umami-Wucht: »Schweinisch gute Hendlramen«, Dinkelnudeln vom Nachbarn, Onsen-Ei von der Wachtel, Rüben, knusprige Schweinshaut und ein Sud von der dreifachen Kraft einer Consommé. Besser geht das kaum. Ein zartknuspriges Fleischpflanzerl vom »Alpenkaviar«-Stör stimmt Forthuber so ab, dass ein Löfferl Rogen aus selbiger Zucht das Gericht (gegen Supplement) perfektioniert. Dann drei aufregende »Tapas«-Miniaturen. Wunderbares Reh. Und weil Forthuber sein Menü mit Grips aufbaut, kommt ein Dessert – Marillen, Yuzu, Lavendel – mit Frische und Säure zum Schluss. Ehefrau Doris sorgt für die ausschließlich österreichische, aber toll jahrgangstiefe Karte. Noch ein Juwel im Gastroparadies Oberösterreich. Update: In Munderfing wird bis 31. Dezember gekocht. Ab März bespielen die Forthubers das Gasthaus »Maria vom guten Rat« in Gstaig.
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