Bachls Restaurant der Woche: »Landhaus Bacher«
Das Interieur im »Landhaus Bacher« wurde eleganter und von alten Säulen befreit.
»Wir haben etwas entschlankt«, sagt Thomas Dorfer, »endlich sind die Säulen weg«, seine Frau Susanne. Die zwei haben sich ihr »Landhaus« neu hergerichtet. Der Hauptraum zeigt sich in dezentem Grau nun eleganter, man sitzt auf Wittmann-Stühlen unter Designerleuchten. Und in der Mitte ein exzentrisches Kunstwerk von Markus Hofer aus Metall und Spachtelmasse – aus einer Magnum Pichon Comtesse 1978 rinnt ein knallroter Strahl. Im Übrigen das Lieblingsweingut von Alt-patron Klaus Wagner und das Geburtsjahr von Tochter Susanne.
In der Küche hält Dorfer daran fest, vier (!) Menüs anzubieten – eine der aufwendigsten Karten der heimischen Gastronomie. Schon die Mundhappen zeugen vom Niveau des Kommenden. Steinpilzsalat à la Carbonara, Hühnerhautchips mit orientalischem Hendlragout und Krokette mit Flusskrebs und Karpfen – intelligente Minigerichte, komplex, intensiv, spannend. Im »klassischen Menü« gibt’s das legendäre Kaviar-Ei. Im »Landhausmenü« nicht minder klassisch, aber neu arrangiert: Entenleber »Café de Paris« im Zwetschgenröster-Sud mit Powidl, Salzkaramell und Pata Negra – ein toller süß-sauer-salzig-cremiger Akkord, die Leber ist von der landläufigen Schwere befreit.
Dann eine grandios abgeschmeckte Kärntner Kirchtagssuppe mit Flusskrebsen und Reindlingstascherln. Oder Landhendl mit dezent fernöstlich geschmorten Zucchini, Nussbutter-Spätzle und Sauce Piperade – mit milder Paprikaaromatik gerade recht in der Balance zum zarten Fleisch. Neu aufgestellt ist das Weinteam mit Oskar Specht und Jungsommelier Georg Damberger. Nicht neu: die klassischste Weinkarte des Landes.
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