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Ein Mini-Stand am Naschmarkt sorgt für feinste Fischgerichte.

Ein Mini-Stand am Naschmarkt sorgt für feinste Fischgerichte.
Foto beigestellt

Bachl's Restaurant der Woche: Umar Fischbar

Bachls Restaurant der Woche
Wien
Kritik
Fisch

Naschmarktkönig Erkan Umar und Spitzenkoch Stefan Doubek präsentieren großes Fisch-Kino am Wiener Naschmarkt in der »Umar Fischbar«.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund des Lockdowns waren die Restaurantkritiken pausiert. In der Hoffnung, dass die Gastronomie bald wieder öffnen kann, holen wir sie jetzt nach. Dieser Betrieb wurde in der Falstaff-Novemberausgabe vorgestellt.

Erst ein kleiner historischer Einschub, denn feine Kost gab’s hier schon immer. Im vorigen Jahrhundert verabreichte Thomas Seiler »Elsässer Gourmandisen« in Gestalt von Gänseleber, Schnecken & Co. Dann firmierte das Zwergstandl 23 Jahre lang als »Indian Pavilion«. Bis mit Fischhändler Erkan Umar nun einer der Naschmarkt-Könige das Lokal in der »ruhigen Zeile« übernahm. Gleich daneben brummt sein Restaurant mit schlichteren Darbietungen in Sachen Meeresgetier.

Für die elaboriertere Verarbeitung der besten Ware engagierte er Stefan Doubek, einen jungen Mann mit starkem Zug in die große weite Welt, der schon bei Stars wie Kobe Desramaults in Gent, Clare Smyth in London oder Konstantin Filippou in Wien werkte. Eigentlich wäre er jetzt in der »Fish Butchery« in Sydney, Corona lenkte ihn um, und so wurde es halt Wien-Mariahilf.

Großes Fisch-Kino

Dort gibt’s nun auf zwei Minitischen drinnen ­oder – von Plastikplanen umzingelt – drau­ßen Folgendes: gebeizte rohe Sardinen mit Schalottenringen und Pankobröseln – großes Fisch-Kino und um € 4,90 ein Witz. Oktopus – zu fast schmelzender Konsistenz konfiert – wird ­zu einer Terrine gepresst und von angetrockneten Paradeisern, Senfkaviar und Dillöl begleitet. Exzellent! Nicht sein muss der ­Teller mit Imperial Caviar – die Idee, den subtil-nussigen Eigengeschmack mit noch nussigerer Haselnuss-Sauermilch zu stützen, fällt unter Abseits. Angesichts von Bouchot-Muscheln mit Paprika und Liebstöckel (7,50 Euro) und Kaisergranat – hinreißend mit Piment d’Espelette und Apfelcreme – (13 Euro) sei Umar gedankt, dass die Lieferkette ins Lokal nur wenige Meter beträgt. Dazu gibt’s zehn Sorten Champagner und ein paar anständige Weiße. Reservierung angeraten.

Bewertung – Alexander Bachl

Essen 45 von 50
Service 17 von 20
Weinkarte 15 von 20 
Ambiente 8 von 10
GESAMT 85 von 100

€€

Falstaff Restaurantguide 2020

Für dieses Lokal liegt im Falstaff Restaurantguide noch keine Bewertung vor.

Info

Umar Fischbar
Naschmarkt 74–75
1060 Wien
T: +43 1 9346105
umarfisch.at 

Erschienen in
Falstaff Magazin Österreich Nr. 9/2020

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Alexander Bachl
Alexander Bachl
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