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Bachls Restaurant der Woche: »Merkel und Merkel«

In dem Gastro-Hotspot kommen die Gäste in den Genuss unterschiedlicher kulinarischer Genüsse.

Der einfachste Standort scheint das »Gwandhaus« der Trachtenmacher-Familie Gössl im Süden Salzburgs nicht zu sein. Die Liste der gewesenen Pächter ist lang. Jedenfalls viel schwieriger hatten es Ramona und Alexander Merkel im »Forsthaus Wartenfels« am Fuße des Wanderbergs Schober beim Fuschlsee. Bei Schönwetter wurden sie überrannt. Sah es am Himmel mäßig aus, kamen wenige oder keine. Ambi­tionierte Kocherei abseits von Wurstsalat und Strudel war dort schwer durchzuhalten. Genau das wollten die beiden aber von Anfang an auch bieten. Als das Lokal im »Gwandhaus« nach dem Abgang der Reinhartshubers – siehe »Sixpack No. 3« – frei wurde, griffen sie zu. Das mit dem »Fine Dining« auf der Homepage ist fast ein wenig irreführend, ist doch das Gros der Gerichte der Karte im bürgerlichen Genre zuhause – in Salzburg generell und hier im Trachtenhaus speziell überlebenswichtig.

So gibt’s einerseits Rindsuppe, Backhendl, Tafelspitz und Co. Anderseits liebten die Merkels schon einst am Berg den Umgang mit Fisch. Beim Vitello Tonnato kommen zum Kalbsrücken noch roh marinierter Thunfisch und knusprige frittierte Glasnudeln, Radieschen und Perlzwiebel – ein frischer Gang ohne die übliche Mastigkeit der Sauce. Zur dicken Tranche vom Zander gibt’s Urkarotten-Creme und zartsaure Linsen mit Krenschaum. Und an einem Schmarren kommt man kaum vorbei – neben Kaiser-und Topfen- ist auch noch ein überaus luftiger Sauerrahmschmarren mit Zwetschkenröster im Repertoire. Auf der Weinkarte mit großen Klassikern ist ein Augenmerk auf die Jahrgänge angeraten, vor allem aus Österreich findet sich manch trinkreifes zu unüblich freundlichen Tarifen. Präziser Blick lohnt.

Bewertung Alexander Bachl

Essen 45 von 50
Service 17 von
20
Weinkarte 17 von 20
Ambiente 9 von
10
GESAMT 88 von
100
€€

Morzger Straße 31
5020 Salzburg
Österreich

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Erschienen in
Falstaff Nr. 01/2024

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Alexander Bachl
Alexander Bachl
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