Bachls Restaurant der Woche: »Zum schwarzen Schiff«
Das Restaurant in Linz ist ein Schmuckstück an der Donau mit einladendem Garten und einer erlesenen Weinauswahl.
Gebackene Champignons und eine Flasche Krug-Champagner dazu. Wird nicht oft vorkommen, so eine Bestellung. Wäre hier aber möglich. Im Einzelnen. Neulich gelang es Sebastian Rossbach und Marco Barth, den zwei Herren vom bestens beleumundeten Linzer Restaurant »Rossbarth«, ein Wirtshaus-Juwel vor dem Ableben zu retten. »Zum Schwarzen Schiff« am Urfahrer Donauufer ist wie aus der Zeit gefallen. Küche und Gastraum unter bemoostem Dach, geschotterter Garten mit alten Kastanien, Laternen mit kokettem Logo – ein schwarzes Papierschifferl – und »Schlägl Bier«-Inschrift. Vielerorts will sich niemand mehr solche Gaststätten antun. Hier ist alles stets rappelvoll mit fröhlichem Volk, das die schlichte, aber im Detail sehr gute Küche zu goutieren weiß. Die Zutaten sind durchgängig bio, die Portionen fordernd. Ein bisserl »fine dining« hat sich eingeschlichen in Gestalt der elegant drapierten gebeizten Lachsforelle mit Kohlrabi, Zuckerschote und Verjus in Buttermilch-Marinade.
Der Rest bleibt klassisch. Rindfleischsalat mit Käferbohnen, kraftstrotzende Rindsuppe mit natürlich hausgemachten Frittaten und »viel Schnittlauch«. Faschierte Laibchen (zwei und riesig!), schön knusprig angebraten mit bestem Fleischaroma, in Natursafterl mit Erdäpfelstampf und Röstzwiebeln. Nussschober mit Most wäre auch noch verfügbar. Und auf der Karte vier offene Weine. Wer nicht zufällig nach der Flaschenweinliste fragt, dem entgehen zehn Seiten, die staunen machen. Dreizehn Schaumweine (Bollinger, Doquet, Raumland), deutsche Lagenrieslinge, Wachau, Burgund, Jura, Beaujolais etc. Und der eingangs erwähnte Krug 171. Edition zum fairen Preis. Ein kleines Wirtshauswunder am Donaustrom.