Die ehemalige »Roberto Bar« am Neuen Markt hat als »Reiss Bar» wieder geöffnet.

Die ehemalige »Roberto Bar« am Neuen Markt hat als »Reiss Bar» wieder geöffnet.
© Falstaff

Neueröffnung: Ehemalige »Roberto Bar» soll wieder zur »Reiss Bar« werden

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Nach dem Konkurs der drei »Roberto Bars« ist eines der Lokale still und heimlich wiedereröffnet worden - und zwar unter dem Namen der legendären »Reiss Bar«.

Fast könnte man glauben, die alte »Roberto American Bar III« in der Marco-d'Aviano-Gasse 1 am Neuen Markt habe wieder offen. Der Schanigarten ist in voller Größe aufgebaut und die Eingangstür nicht mehr versperrt. Verschwunden ist hingegen der Roberto-Schriftzug über dem Eingang, ebenso wie die Schirmbezüge mit »Roberto«-Branding.

Im Jänner musste Szenegastronom und Barkeeper Roberto Pavlovic-Hariwijadi Konkurs anmelden und alle drei »Roberto»-Bars schließen. Nun hat Michael Gangl, neuer Pächter und Betreiber, den Standort am Neuen Markt still und heimlich wiedereröffnet - und zwar unter dem Namen der ehrwürdigen »Reiss Bar«.

Zu lesen ist der Name aber nur auf dem neuen Instagram-Kanal der Bar. Der Grund: Noch wird die Bar mit dem alten Inventar weiter betrieben. Auf die Lieferung der neuen Schirmbezüge wollte man für die Eröffnung nicht warten, wie Gangl sagt: »Bis die da sind, wäre der Sommer vorbei.« Ein neues Konzept ist noch in Arbeit, bis am Design etwas verändert wird, könnte es jedoch bis nächstes Jahr dauern.

Kleine Karte und neue Preispolitik

Die 1977 von Michael Satke gründete »Reiss Bar« gilt als die erste Champagnerbar der Welt und hat in der Wiener Gastronomieszene Legendenstatus erreicht. Viele trauern ihr bis heute nach. »Die Reiss Bar hat in Wien eine lange Tradition und ist den Leuten ein Begriff. Dem bin ich mir bewusst«, erklärt der neue Chef.

Bieten will Gangl schon während des vorübergehenden Betriebs Cocktails auf hohem Niveau und einen guten Service. Mitentwickelt hat die Karte Barkeeper Thomas Vittek, der bereits in der »26°EAST-Bar« im ehemaligen Palais Hansen Kempinski werkte.

© Thomas Vittek

Die Karte wurde für den Neuanfang wesentlich verkleinert und die Preise angepasst, soll heißen, gesenkt: »Ich bin kein Fan von 320 Cocktails auf der Karte. Im Jahr 2024 kann man auch nicht über sieben Euro für ein Bier verlangen«, findet der 42-Jährige. Zu seinen beruflichen Station zählen die Geschäftsführung der Lugeck Alm sowie Gastro-Projekte am Nova Rock und Frequency-Festival.

Später will man sich auf rund 50 Cocktails spezialisieren. Zwei Champagner gibt es aktuell glasweise, das Angebot soll ebenfalls wachsen. Besuch von ehemaligen Stammgästen habe Gangl bereits bekommen und gute Rückmeldungen erhalten. Geöffnet ist derzeit nur abends Montag bis Samstag ab 17 Uhr, »da das Geschäft nach sechsmonatiger Schließung erst wieder anlaufen muss. Aber es wird von Tag zu Tag besser.«

In der zweiten »Roberto Bar« in der Jasomirgottstraße 7 herrscht derweil Baustelle. Die gesamte Einrichtung ist verschwunden, der Boden mit Schutt bedeckt. Grund soll jedoch (noch) keine Neuübernahme sein, sondern ein Wasserschaden, wie man hört.

Weihburggasse 11/2
1010 Wien
Österreich

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Verena Richter
Autor
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