Bern: Das «Mille Sens» übernimmt das «Asino»
Das «Asino» steuert man für Pizza, Pinsa und Cocktails an. Nun steigen ein Spitzenkoch und ein ehemaliger Lebensmittelhändler am Casinoplatz ein.
Es riecht nach frisch gebackener Pinsa, hinter dem Tresen des «Asino» arbeitet der Pizzaiolo mit gesenktem Blick an weiteren Bestellungen. Eine Kellnerin trägt zwei Teller an einen Tisch und die Gäste fangen an zu strahlen. Auf der einen Pinsa liegen Randen, Feigen, Avocado, Balsamico und Pistazien, auf der anderen sind Sugo, Tomaten, Parmesan, grillierte Aubergine, Zucchetti und Rucola verteilt.
Das «Asino» – auf Deutsch Esel – setzt seit 2021 auf Pinsa und Pasta, eröffnet wurde es im Jahr davor mit dem renommierten Barkeeper Silvan Hug und mit dem heutigen Sternekoch Dave Wälti. Der Besitzer des «Asino» ist Hans Merki, in Bern bekannt für Gastro-Projekte: Der 73-Jährige war unter anderem der Mitinhaber der geschlossenen Markthalle am Bahnhof. Vor drei Jahren trat er als Arzt in den Ruhestand, nun auch als Gastrounternehmer im «Asino».
Von Merki übernehmen sein langjähriger Freund und Berner Spitzenkoch Domingo S. Domingo und Markus Estermann. Dodo, wie ihn Bekannte nennen, ist die Seele des «Mille Sens» in der Schweizerhof-Passage. Estermann war der Besitzer des Lebensmittelhändlers Fideco, die er vor 9 Jahren verkaufte. Er wird auch Mitinhaber im «Mille Vins», «Mille Sens» und «Mille Feuille». Estermann hat in seiner vorherigen Position in viele Gastrobetriebe hineingesehen. «Das Asino steht an besonders guter Lage, und wir wollen hier Dodos Können noch besser zeigen», sagt der 67-Jährige.
Neue Adressen von bekannten Namen
Estermann ist mit einer solchen Übernahme in bester Gesellschaft: Auch andere Spitzenlokale eröffnen neue Standorte in Bern. Beispielsweise hat das «Wein & Sein» von Daniela Jaun und Pascal Melliger die Burgunder Taverne umgebaut und übernommen. Markus Arnold von der «Steinhalle» – Mitinhaber des Sternenmärit, «Mamas Momos» und im Restaurant im Warenhaus Globus – baut derzeit im «Myle» um und wird parallel die «Steinhalle» weiterführen.
Auf den ersten Blick wird sich im «Asino» für die Gäste wenig ändern, so wird es weiterhin nach Pinsa riechen. Auf dem Menü stehen zusätzlich Gerichte mit der Handschrift von Domingo, eine Kooperation, die im vergangenen Sommer angelaufen ist. Beispielsweise hat der philippinisch-australische Chef den italienischen Klassiker Vitello Tonnato mit sämiger Sauce, aber auch Thunfisch-Tataki ergänzt. Die Tagliatelle – die bald im Haus produziert werden sollen – mit Ragù schmeckt grandios, al dente gekochte Pasta und schön mit der Pinzette angerichtet. Ganz im eleganten Dodo-Stil!
3011 Bern
Schweiz