Schock für Foodies: Markus Stöckle schliesst das «Rosi»
Es war eines der spannendsten Food-Projekte der letzten Jahre: alpenländische Küche, radikal neu interpretiert. Jetzt kündigt Spitzenkoch Markus Stöckle die Schliessung seines «Rosi» an. Die Gründe? Kein Burn-out, kein Geldmangel – sondern der Wunsch nach Neuem.
Was lange als mutige Nischenidee galt, wurde zum Erfolgsmodell: Das «Rosi» im Zürcher Kreis 4 vereint bayerische Wirtshauskultur mit feinsinniger Spitzenküche. Und das mitten in einer der anspruchsvollsten Gourmetstädte Europas. Nun ist klar: Am 20. Dezember 2025 schliesst das Lokal seine Türen.
Markus Stöckle, der charismatische Küchenchef aus dem Allgäu, war nie angetreten, um es allen recht zu machen. Sein Credo: radikale Qualität, handwerkliche Präzision, Regionalität – stets mit einem Augenzwinkern. Gemeinsam mit seiner Partnerin Elif Oskan, bekannt aus dem Restaurant «Gül», wurde er von Falstaff zum Wirtepaar des Jahres 2020 gekürt.
Und jetzt?
Die Entscheidung zur Schliessung kommt für alle Foodies überraschend – ist aber kein Zeichen des Scheiterns. Im Gegenteil: Stöckle will sich neu erfinden. Nach acht Jahren, hunderten Menü-Ideen und einem wachsenden medialen Profil, sei es Zeit für einen Neuanfang, wie er in den sozialen Medien bestätigt. In der kleinen Küche und dem Keller vom «Rosi» hat es einfach zu wenig Platz für seine Kreativität.
Bis Ende Jahr bleibt das «Rosi» geöffnet. Für Fans bleibt also Zeit, sich von den legendären Brezen mit Beinen, den Allgäuer Kässpatzen oder dem Kalb im Huhn zu verabschieden. Stöckle selbst freut sich auf eine schöpferische Auszeit, in der er anderen Projekten nachgehen kann, wie etwa seiner Kooperation mit der ETH. Im Mai 2025 eröffnete er ausserdem das «Capri Bistrot» im Zürcher Seefeld. Dort trägt jedoch sein Schützling Charlie Aggett das Zepter.