Bern: Französisches Flair in der Elfenau
In der Parkanlage der Elfenau hat eine Ingenieurin den Gastrobetrieb der Orangerie übernommen.
Wunderschön am Stadtrand in der Nähe der Aare liegt die Elfenau. Hier pflegt Stadtgrün Bern, wie die Gärtnerinnen und Gärtner von Bern heissen, den Park. Im Winter werden die Topfpflanzen in den Orangerien gelagert. Diese müssen kernsaniert werden, bis dahin hat die neue Pächterin des Cafés «Orangerie Elfenau» die Aufgabe, möglichst vieles auszuprobieren.
Und das genau tut sie: Emilie Wisson (35) – studierte Ingenieurin, diplomierte Wirtin – betreibt ein Café. In ihrer neuen Rolle als Gastgeberin hat sie 15 Mitarbeitende und ein Lokal mit über 100 Sitzplätzen. Anfang April startete der Betrieb, die Öffnungszeiten sind bereits erweitert worden: Täglich ist hier Betrieb, am Wochenende auch beim Aperitif bis spät.
Viele aus dem Quartier würden sich einen Restaurationsbetrieb wünschen. Wegen des Denkmalschutzes kann aktuell keine Küche eingebaut werden. Die Bistrokarte listet allerdings viele Gerichte, die allen Appetit machen. Beispielsweise ein Croque Elfenau. «Mit richtig viel Schinken und feinem Greyerzer. Und Béchamelsauce, wie es sich gehört», sagt die Elsässerin. Kreiert wurden die Rezepte von Susanne und Martin Schanz von Gourmetbox, die neben Wisson und zwei Partnerunternehmen hier involviert sind.
Auch dem Trend des Snackens wird Wisson gerecht: mit Elfen-Mousse (weisse Bohnen statt Kichererbsen), Teigtaschen mit und ohne Fleisch, fermentierten Kohlrabisalat und einer Tarte Tatin – salzig mit Kirschtomaten oder süss mit Äpfeln. Hyperlokale Produkte sind im Einsatz: Das Brot stammt vom Quartierbeck, Salate und Kräuter kommen vom Elfenauhof, das Bier aus dem Galgenfeld, der Apfelsaft aus der Länggasse. Ausnahmen macht die Französin bei Wein, einiges stammt berechtigterweise aus ihrem Heimatland. Santé, auf eine schöne Saison in der Orangerie!